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Itzehoe : „Je größer der Kürbis, desto besser“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Amerikaner Derek Wright feiert in Itzehoe Halloween und erzählt, wie unterschiedlich das Fest im Vergleich zu seiner Heimat begangen wird.

Wäre der Basketballtrainer Derek Wright momentan in den USA, hätte er viel um die Ohren. Halloween steht vor der Tür – und anders als in Deutschland wird dieser Tag in Wrights Heimat riesig gefeiert.

Der Wahl-Itzehoer ist noch nicht lange in der Stadt. Seit September steht er bei den Itzehoe Eagles auf dem Basketballplatz, ist Co-Trainer der Herrenmannschaft und coacht zudem die U12- und U16-, sowie Kinderteams. Hergekommen ist er der 56-Jährige allein. Seine Tochter lebt in Los Angeles und sein Sohn hat es ihm gleichgetan: Er ist professioneller Basketballspieler in Bulgarien.

Mit nach Itzehoe gebracht hat Wright dagegen einen Teil seiner Kultur und Traditionen – so auch Halloween. In Deutschland gehe er das Fest trotzdem eher ruhig an. Konkrete Pläne habe er noch nicht, vielleicht werde er zu einer kleinen Privatfeier gehen, sagt er. Ein Kostüm müsse er dann noch besorgen. „Gar nicht so einfach in Itzehoe“, vermutet Wright. „Vielleicht werde ich auch selbst zur Schere greifen und mir eines basteln.“ Der US-Amerikaner habe auch schon für seinen damals sechsjährigen Sohn ein Ninja-Turtle-Kostüm gebastelt: Der Kleine durfte dann seinen Turtle-Schlafanzug anziehen, Maske und Schwert bastelte der Papa. Selbst trägt der Amerikaner am liebsten eine Monster-Maske oder verkleidet sich beispielsweise als Jimi Hendrix. Gruselig muss es für ihn nicht zwangsweise sein. „In den USA kann man in jedem Supermarkt Kostüme und Halloween-Dekoration kaufen. In Hollywood gibt es viele Läden, die riesig und extravagant sind. Wer anders aussehen will, muss da auch mal tiefer in die Tasche greifen“, erzählt er.

Die Verkleidungen werden dann aber nicht nur zu Hause und auf Partys getragen, sondern teilweise auch in der Schule und bei der Arbeit. Die Kinder dürften in der Mittagspause statt auf den Pausenhof zu gehen mit ihrem Lehrer durch die Straßen ziehen. „Trick or treat“ heißt diese Tradition, bei sie von Haus zu Haus gehen, an die Tür klopfen und nach Süßigkeiten fragen. Damit einem die Bonbons und Schokoriegel nicht ausgehen, müsste man früh welche besorgen, erklärt Wright: „Meistens sind die Süßigkeiten in den Supermärkten der USA irgendwann kurz vor Halloween ausverkauft. Bei mir sind aber teilweise bis zu 1000 Kinder vorbeigekommen und wollten Süßes oder Saures.“

Als Kind liebte es der heutige Basketballcoach, sich als Superheld zu verkleiden, sagt er. Als Spiderman kostümiert schnappte er sich eine Kissenhülle, die nach seinem Streifzug durch die Straßen bis zum Rand hin voll war mit Süßigkeiten. „Meine Eltern mussten die sogar in Rationen aufteilen. Alles andere wäre nicht so gesund gewesen.“

Auch sein Haus in Chicago, wo er vor seinem Umzug nach Itzehoe gelebt hat, habe der Amerikaner immer aufwendig dekoriert. Mit Spinnenweben, Skeletten und vielen großen Kürbissen verpasste er dem Gebäude den Gruselfaktor. „Wenn abends alle ihre geschnitzen Kürbisse mit einer Kerze beleuchtet haben, sah das in der Straße einfach toll aus.“ Die Früchte holt man bei einem Ausflug mit der ganzen Familie auf einer „Kürbis-Farm“. „Je größer der Kürbis, desto besser“, sagt Wright. Eine Besonderheit in seinem Garten sei außerdem eine Friedhof-Kulisse gewesen. Er selbst habe sich dann in einem Sarg versteckt und die Nachbarskinder erschreckt. „Für mich bedeutet Halloween einfach Spaß zu haben. Den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihnen Süßigkeiten zu schenken – das macht mich glücklich.“

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