MUsik : Jazz-Workshop „wie im Labor“

Jazz mit Geige und Flöte: Alma Gröning (l.) und Lilly Schotters.
Jazz mit Geige und Flöte: Alma Gröning (l.) und Lilly Schotters.

Im Itzehoer Kulturhof befassen sich Jugendliche aus dem norddeutschen Raum intensiv mit Jazz – und geben am Ende ein Konzert.

shz.de von
15. Mai 2018, 05:00 Uhr

Mit einem kleinen Musikfestival endete der vierte Jugend-Jazz-Workshop des Vereins Jazz in Itzehoe. Vier Tage lang bot der Kulturhof Jugendlichen Raum für neue Erfahrungen in Theorie und Praxis in Sachen Jazz – und die Möglichkeit, das Gelernte gleich anzuwenden.

Sven Olde und Ben Turley von Jazz in Itzehoe hatten bundesweit für die Veranstaltung geworben und hießen 16 Teilnehmer aus Norddeutschland willkommen. „Eine gute Größe“, sagte Olde. Nach morgendlichen Rhythmusübungen ging es in die Masterclasses für einzelne Instrumente, in Einzelunterricht oder in die drei Bands, die für den Workshop gebildet wurden. Die Atmosphäre: Entspannt, viele liefen auf Socken oder barfuß.

Mirko Gibson, Jazzpianist mit Itzehoer Wurzeln, hatte wieder vier professionelle Kollegen mitgebracht, die langjährige Erfahrung in unterschiedlichen Bands mitbrachten. „Wir sind hier im Kulturhof an diesen vier Tagen wie in einem Labor“, beschrieb Gibson.

Gut die Hälfte der Jugendlichen war zum ersten Mal dabei. Erst im Workshop begannen sie, auf ihrem Instrument zu improvisieren. „Einige Teilnehmer sind ganz neu im Jazzland. Die haben sich in den paar Tagen tierisch gut entwickelt“, freute sich Gibson. Jeden Abend lief eine Session, eröffnet jeweils von einer der Bands. Jeder konnte sich ausprobieren, und die Dozenten waren mit ihrer Spielfreude oft dabei.

Neben den typischen Jazz-Instrumenten wie Saxophon, Schlagzeug oder Klavier waren auch Blockflöte und Geige vertreten. Lilly Schotters (18) brachte aus Stuvenborn nicht nur ihre drei Flöten, sondern auch elfjährige Spielerfahrung plus sieben Jahre als Klavierspielerin mit. Vorher hatte sie Jazz nur nach Noten gespielt. Sie fand den Jazzworkshop „super“, denn ihre Mitspieler hatten sich schnell auf die leiseren Flöten eingestellt. Mit einem weiteren Teilnehmer, einem Bassspieler, plant sie bereits Stücke zusammen. Hinzu kamen auch Geigenklänge, gespielt von Alma Gröning (19) aus Hamburg. „Das waren schon knackige vier Tage“, sagte sie. Vieles müsse sie erst einmal sacken lassen, aber eins steht fest: Nach zwölf Jahren Unterricht, die eher klassisch geprägt waren, will sie jetzt versuchen, bei Sessions ihre Kenntnisse weiter zu vertiefen.

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