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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 14:51 Uhr

Jazz-Sound trifft sakrale Musik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schleswig Holstein Musik Festival: Ragna Schirmer gibt umjubeltes Händel-Konzert in der Hohenlockstedter Kartoffelhalle

von
erstellt am 13.Aug.2015 | 14:39 Uhr

Der Intendant des Schleswig Holstein Musik Festival (SHMF), Dr. Christian Kuhnt, hieß die besucher in der Kartoffelhalle Hohenlockstedt zu einem Geburtstagskonzert willkommen: „Die Hammondorgel auf der Ragna Schirmer spielt, wird 80 Jahre alt“, erklärte er. Auf dem Programm standen Werke von Georg Friedrich Händel, gespielt auf der Hammond-Orgel. Händel komponierte seine Orgelkonzerte für die Pfeifenorgel, die er auch als weltliches Instrument nutzte und nicht nur der Kirche vorbehielt. „Wäre die Hammond-Orgel damals schon erfunden gewesen, hätte Händel diese genommen“, war Christian Kuhnt sich sicher. Der SHMF-Chef verspürte ein Kratzen im Hals und ließ sich eine GeloRevoice-Halstablette reichen – um so charmant den Gastgebern der Firma Pohl-Boskamp für die Unterstützung zu danken.

Ragna Schirmer stimmte auf dem Konzertflügel mit der Suite für Klavier Nr. 7 g-Moll in den Händel-Abend ein und begeisterte gleich mit dem ersten Stück das Publikum. Dann erhielt sie Unterstützung von Geoffroy de Masure (Posaune), Gerard Presencer (Trompete und Flügelhorn), Peter Weniger (Saxophon), Winfried Holzenkamp (Bass), Matthias Daneck (Drums) und Wolfgang Köhler (Keyboard) sowie Emma Yoon, Maria Meures, Inara Waiß (Violinen) und Rachel Meredith (Violoncello). Schirmer wechselte an die Hammond-Orgel, und die Musiker überraschten mit Händels Orgelkonzerten, die eher nach Unterhaltungsmusik als nach ernster Musik klangen. Durch die Bläser schien sich der Rhythmus zu verselbstständigen und erhielt eine Jazz-Note, die mit dem Streich-Quartett harmonierte. Ragna Schirmer zog auf der Hammond-Orgel alle Register, bediente sämtliche Zugriegel und dirigierte zwischendurch parallel dazu. Sie spielte das Instrument, das durch den tiefen Körper gegen den Konzertflügel leicht behäbig wirkte, auch ganz entspannt einhändig. Die Stücke waren von Stefan Malzew arrangiert, der damit eine Mischung aus klassischen Jazzklängen und sakraler Kirchenmusik mit dem typischen Bigband-Sound geschaffen hatte.

Zu den Konzert-Gästen gehörte auch der ehemalige Kreispräsident Hans-Friedrich Tiemann, den die Anwesenheit des Intendanten beeindruckte. „Ich finde es toll, dass Christian Kuhnt nach Hohenlockstedt gekommen ist.“ Begeistert vom Konzert mit den ungewohnten Klängen war auch Sören Schröder aus Elmshorn. „Ich konnte mir das nicht wirklich vorstellen, aber es war fantastisch“, so der Musiker, Chorleiter, Komponist und Projektleiter von „Hamburg Singt“. Anhaltender Applaus ließ die Musiker erst nach Zugaben von der Bühne.

Im Festivaltreff-Bereich vor der Halle wurden den Konzertbesuchern von Detlef Möllgaard Käsespieße und vom Landfrauenverein Hohenlockstedt Kartoffeln mit Dipp sowie kalte Getränke serviert.


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