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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 05:46 Uhr

Jazz-Nacht ein großer Erfolg

vom

Volle Häuser an den verschiedenen Spielstätten/ Dritte Auflage der Veranstaltung geplant

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glückstadt | Bei erfreulich lauen Temperaturen flanierten mehr als 450 Musikbegeisterte durch die Innenstadt: Die "Nacht des Jazz" versprach mit acht Acts für jeden was. Den Auftakt machte dabei die Bigband der Musikschule Glückstadt im brechend vollen Wasmer-Palais. Schon im Treppenhaus stauten sich die Besucher. Danach begannen, um 30 Minuten zeitversetzt, nacheinander die weiteren Auftritte in verschiedenen Gaststätten rund um den Marktplatz, so dass jeder in den mindestens sechs Jazzstunden dieser Nacht überall rein hören konnte. "Das ist keine drei Minuten entfernt!" erläuterte Birthe Krüger, Gründungsmitglied des Vereins "Jazz in Glückstadt" den Besuchern bei Rückfragen.

Brechend voll war es eigentlich überall. Im Café in der Bücherstube am Fleth verschwand daher ein Tisch kurzerhand ins Nebenzimmer. Dann beeindruckte "Swing Power" mit Ragtime-Schwerpunkt: Gregor Kilian (Piano) beherrschte die schnellen Bass-Sprünge im Harlem-Stride-Stil, die Melodien von Ralf Böcker (Klarinette und Saxophon) kamen nach 30 Jahren Bühnenerfahrung kraftvoll und mitreißend.

Christoph Wiatre (Piano) brennt für den Jazz der 30er Jahre und servierte, zusammen mit Meinolf Stemmer (Geige, Saxophon) als "Erfrischend kultivierte Jungs", im Ristorante Villa Lucia Songs wie "Walkin´my baby back home" schnörkellos und stilvoll.

Im "Kleinen Heinrich" hatte Hartmut Sudau, Hamburg, schon vor vier Monaten den besten Tisch reserviert und genoss mit Freunden die Musik der Jazzer um Glückstadts Jazz-Urgestein Reinhold Witt, der jetzt sein 55-jähriges Bühnenjubiläum feierte.

Als Hauptact galten die vier Hamburger Sinti von "Django DeLuxe", die ihren Gipsy-Swing im "Kandelaber" recht introvertiert, aber authentisch präsentierten. Sowohl geografisch als auch musikalisch etwas abseits waren "Jazzinfusion" im "Königs Keller": die Band um den Gitarristen Jörg Schmidke bürstete mit drängenden Drums, Blues-Anklängen und dreckigen Saxophon-Tönen den Jazz gegen den Strich.

Pomade im Haar, dunkler Anzug, rote Nelke im Revers waren für ihn Pflicht: Nachdem Nicolo Kramer die Musiker und Besucher zu jedem Auftrittsbeginn am Abend begrüßt hatte, gastierte der Jazz-Nacht-Initiator mit seinem "Swingsyndikat" ab 22 Uhr im Ratskeller. So ergoss sich ein Jazz-Klassiker nach dem anderen über die Besucher: Ob nun "My baby just cares for me", Roue 66" oder "Tenderly".

Als fröhliche Pausenhühner agierten die "Swingchix": Drei höchst ausgelassene Damen in knallroter Seidenrobe mit weißen Ukulelen gastierten in dieser Nacht einmal in jedem Auftrittsort - und begeisterten überall. Auch im Ratskeller rissen sie die Besucher mit ihrem dreistimmigen Close-Harmony-Gesang mit. Herrlich respektlos drückten sie völlig unterschiedlichen Stücken wie "Sex Bomb" oder "Money, money" ihren Andrews-Sister-Stempel auf.

Bei der abschließenden Jam-Session gesellten sich zum "Swingsyndikat" andere Musiker des Abends: Neben Ralf Böcker und Gregor Kilian waren Thomas Greinke (Schlagzeug), Hanschi Schramm (Saxophon) und Günther Liebetruth (Klarinette) bis gegen 2 Uhr morgens mit von der Partie.

Da Nicolo Kramer noch in der Nacht "vielversprechende" Gespräche führte, steht der dritten Nacht des Jazz im kommenden Jahr wohl nichts mehr im Wege. Weitere Infos unter www.jazzinglueckstadt.de

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