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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 16:09 Uhr

Musik : Jazz-Nacht begeistert Publikum

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Acht Spielstätten: Musiker bieten eine Nacht lang verschiedene Richtungen der Musik an/ Gemeinsame Session zum Schluss

Die dritte Glückstädter Jazz-Nacht hat Spaß gebracht und Lust auf mehr gemacht. Viele Freunde von Jazz, Swing, Blues oder dem Poetry-Slammer Axel Burkhardt nutzten die acht Kulturangebote zu einem Hopping zwischen Veranstaltungsorten.

Bis auf eine Ausnahme: Im Café der Bücherstube am Fleth hatte Axel Burkhardt darum gebeten, seine mit jazzig-groovigen Bassgitarren-Sequenzen gespickte feine Ironie nicht durch ständiges Stühlerücken zu stören. Was aber auch niemand vorhatte, denn jeder wollte wissen, wie der in kurzen Gesprächsblasen dargestellte Dialog „Na, wie geht’s?“ zwischen einem Gärtner und dem Dorf-Gendarm ausging. „Ich möchte bei meinen Auftritten auch Wissen sowie Erkenntnisse vermitteln“, erklärte der gebürtige Herzhorner seinen Gästen. So habe er früher nie verstanden, wie man einen Scheck über 400 Mark ausstellen konnte. „Wie viel über 400 Mark?“ Auch wurde das Weihnachtslied „Süßer die Glocken nicht klingen“ von ihm lange missverstanden. Heute weiß der Bass-Poet wegen des nicht vorhandenen Kommas, dass seine Freundin damit nicht die Glocken ihres Süßen gemeint hat.

Zeitgleich herrschte auch im Wasmer-Palais eine gemütliche Enge. Nicht alle Zuhörer des Konzertes der Bigband der Musikschule Glückstadt kamen in den Genuss eines Sitzplatzes im Stucksaal. Wer im Laufe des Abends dazukam, musste mit einem Stehplatz im Flur und der alten Treppe vorlieb nehmen.

Vor schwarzer Kulisse trat Anne Römer – ebenfalls ganz in schwarz gekleidet – im Palais für aktuelle Kunst vor ihr Publikum. Sich selbst am elektronischen Piano begleitend, bestimmten dort schmeichelnde leise Töne und die ruhige Stimme Römers die minimal arrangierten Stücke und Eigenkompositionen der Künstlerin.

Blues und Swing, gemischt mit etwas Soul und Bossa sorgten im Königs Keller von Henning Plotz für beste Stimmung. Dort war die Band „Organice“ zu Gast. Auch im Restaurant Der Kleine Heinrich hielten Gäste vergeblich Ausschau nach einem freien Sitzplatz. Dort spielten „Reinhold Witts Bluesfreunde“.

Im Ratskeller überzeugten die Jazz-Lips mit schwungvollem New Orleans-Sound, bei dem das Publikum von Beginn an mitging. Dies lag nicht nur an der herrlich rauchigen Stimme des Sängers Thomas Niemand, sondern auch am einzigartigen Ambiente – beispielsweise durch den beleuchteten Flügel. Leider mussten die Jazz-Lips und ihre binnen kürzester Zeit größer werdende und enger zusammenrückende Fangemeinde ohne ihren bandscheibengeplagten Peter „Banjo“ Meyer auskommen.

Bei Christian und Heike Püster im Anno 1617 goutierte das Publikum trotz Jahrmarkttrubel vor der Tür einen störungsfreien Konzertgenuss der 2008 gegründeten „Shreveport Rhythm“ aus Hamburg. Die vier Musiker glänzten in erfrischender Art und Weise durch traditionellen Jazz aus den 20er bis 40er Jahren.

Ab 21.30 Uhr gehörte das Restaurant Kandelaber dem „Rainer-Schnelle-Trio“ und seinem charismatischen Gastsänger Melvin Edmondson. Dieser erzählte den zu diesem Zeitpunkt bereits auf Treppenstufen sitzenden Besuchern, dass er heiser sei. „Ich habe Nüsse gegessen. Ist vielleicht ein Arzt anwesend?“, fragte er in die Runde. Dr. Rüdiger Fock – dieser hoppte am Sonnabend in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Vereins Jazz in Glückstadt von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort – hätte die Frage mit Ja beantworten können, doch kamen vielleicht gerade wegen der heiseren Stimme die Arrangements besonders gut rüber.

Mit einer beeindruckenden Jam-Session im Ratskeller mit allen Musikern ging der Abend dort zu Ende.

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