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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 22:43 Uhr

Terminproblem : Jahrmarkt ab 2015 früher?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Sozialausschussin Wilster fällt die Entscheidung mehrheitlich für einen neuen Termin: drittes Wochenende im Juli statt erstes Augustwochenende.

Der Wilster-Jahrmarkt wird möglicherweise schon im kommenden Jahr vom ersten August-Wochenende auf das dritte Wochenende im Juli vorverlegt. Das hat der Sozialausschuss der Stadt am Donnerstagabend mit vier Stimmen der CDU gegen drei Stimmen der SPD entschieden. Das letzte Wort wird die Ratsversammlung in ihrer nächsten Sitzung haben.

Im Grunde waren sich Marktmeister Manfred Moltzau und die Mitglieder des Sozialausschusses einig: Der Wilster-Jahrmarkt 2014 wies zu große Lücken auf, es fehlte ein Festzelt, eine Bebauung rund um die Kirche war nicht möglich gewesen und die Besucherzahlen ließen zu wünschen übrig. Ratsherr Horst Langer (SPD) brachte es auf den Punkt: „So doll war das in diesem Jahr nicht!“ Er bedauerte, dass die Schausteller bei der traditionellen Manöverkritik am Morgen des Jahrmarkt-Montags nicht erschienen waren. Bürgermeister Walter Schulz räumte ein: „Sie waren bewusst nicht eingeladen worden.“ Deren Kritik sei in jedem Jahr die gleiche: Sie wettern über zu hohe Standgebühren und was sonst noch für sie nicht gut sei. Diesmal habe man konkret den Meinungsaustausch mit der Selbstverwaltung, Verwaltung, Polizei und DRK gesucht – ohne die Schausteller. Diese Tatsache wiederum war die Ursache für die drei Gegenstimmen der SPD. Ratsherr Manfred Schmiade dazu: „Wir wollen alle zusammen ein großes fröhliches Fest feiern. Da gehören die Schausteller unbedingt dazu.“

In einem Rückblick auf den Jahrmarkt dieses Jahres verwies Marktmeister Manfred Moltzau auf leicht rückläufige Zahlen bei den Bewerbungen. Während es bei den Fahrgeschäften noch ganz gut ausgesehen habe, entstanden die Lücken vorwiegend durch kurzfristige Absagen von Buden. Zugleich bedauerte er, dass es bei den Schaustellern vielfach keine termingerechten Anmeldungen gegeben habe. Die größte Lücke auf dem Colosseumplatz sei durch die ebenfalls kurzfristige Absage des Zeltbetreibers entstanden. Im Zelt des Rathaus-Fördervereins habe man mit Hilfe der Schausteller am Montag und Dienstag Kasperle-Vorführungen anbieten können, die gut angenommen worden seien. Kritik wurde allerdings an der mageren Werbung für diesen Programmpunkt geübt.

Den Besucherrückgang führte der Ausschuss zu großen Teilen auf das zeitgleiche Wacken Open Air zurück. Auch dies war schließlich ein Grund, den Jahrmarkt künftig auf Mitte Juli vorzuziehen. Ratsfrau Maren Hayenga brachte den Antrag der CDU-Mehrheit ein, der später den Ausschuss passierte. Damit soll die Verwaltung beauftragt werden, umgehend die Schaustellerverbände über die Terminentscheidung zu informieren. Weiter heißt es seitens der CDU: „Die Arbeitsgruppe Jahrmarkt ist unter Vorsitz des Bürgermeisters wieder einzusetzen. Die Arbeitsgruppe soll bis zum 1. Quartal 2015 ein Konzept zur Durchführung des Jahrmarkts 2015 erarbeiten.“ Die Fraktionen sollen in der Arbeitsgruppe durch jeweils drei Mitglieder und die Verwaltung in der Arbeitsgruppe durch den Marktmeister oder seine Stellvertreterin vertreten werden. Für Maren Hayenga und die CDU-Fraktion „ist eine Terminverlegung der einzige Weg, den Jahrmarkt zu retten“.

Der SPD-Antrag, den Manfred Schmiade einbrachte, war in großen Teilen identisch mit dem der CDU. Er wurde allerdings nicht mehr zur Abstimmung gebracht. Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten soll der Arbeitskreis „von einem neutralen Moderator ohne Stimmrecht“ geleitet werden. Das inhaltliche Konzept sollte bis Ende Oktober erarbeitet und dann gemeinsam mit den Schaustellern festgelegt werden.

Ratsfrau Doris Busch vermisste in dem SPD-Antrag eine Terminfestlegung des Jahrmarkts. Das aber sei ein wesentliches Kriterium für die Entscheidung im Rathaus. Nach Aussage ihrer Fraktionskollegin Ursula Seddig biete sich der Termin Mitte Juli an, weil man in Heide auf den zeitgleichen Jahrmarkt verzichtet und sich hier auf den „Heider Marktfrieden“ konzentriert habe. Hier könnte Wilster einspringen, so dass sich die Schausteller danach auf den Weg nach Süderbrarup machen könnten. Seddig erinnerte daran, dass die Arbeitsgruppe eineinhalb Jahre intensiv gearbeitet habe, aber immer auf den Widerstand der Schausteller gestoßen sei. Marktmeister Manfred Moltzau betonte: „Wir reden hier über den Wilsteraner Jahrmarkt – und darüber wollen wir entscheiden und nicht die Schausteller!“

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