zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 03:57 Uhr

Kultur : Jahresbilanz aus dem Kunstatelier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbüttel: Jens Rusch stellt in den vergangenen Monaten entstandene Arbeiten aus. Manches Original wird durch ein Foto repräsentiert.

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 17:09 Uhr

„Es ist nicht, wonach es aussieht.“ Klingt nach der klassischen Ausrede des beim Seitensprung ertappten Ehemannes – ist aber in diesem Fall das Motto der Jahresausstellung von Jens Rusch. Der Brunsbütteler Künstler hat neben einer Reihe Auftragsarbeiten, Workshops der Wattolümpiade und den Krebsinformationstagen noch Zeit gefunden, in eigner Sache zum Pinsel zu greifen. Diese Arbeiten bilden den Mittelpunkt der Ausstellung, die am 7. Dezember, 17 Uhr, in der Galerie an der Schulstraße eröffnet wird.

Tatsächlich meint der Dithmarscher Kulturpreisträger Rusch den Ausstellungstitel ein wenig entschuldigend. Denn: „Einige – und es sind nicht die unwichtigsten Bilder – befinden sich nämlich gar nicht mehr in der Galerie, sondern an fremden Wänden.“ Aber das sei nunmal das Schicksal guter Bilder seit Urzeiten. Diese Arbeiten reicht der 64-Jährige als Fotos gewissermaßen nach. Dazu gehört auch das Portrait, das er für die Preisverleihung „Das goldene Schlitzohr“ von Michael „Bulli“ Herwig in der Hamburger Fabrik anfertigte. Gemeinsam mit Vorjahrespreisträger Peter Maffay überreichte Jens Rusch kürzlich das Bild an Herbig („Der Schuh des Manitou“).

Noch für die Zeit der Ausstellung als Original in der Galerie hängt das bereits verkaufte „Creatio ex nihilo“ (Schöpfung aus dem Nichts). Eines der Ölbilder, die Rusch nicht als Auftragsarbeit auf die Leinwand gebracht hat, sondern für sich gemalt hat. Es thematisiert philosophisch das Streben des Menschen nach Erklärungen des Lebens, göttlichen wie wissenschaftlichen. Gleich daneben sind die „Wasteland-Warriors“ zu sehen, ein Endzeit-Szenario vor dem Hintergrund des Wacken Open Air. Und auch die „Vogelmenschen“ haben ihren Niederschlag im Zusammenhang mit dem WOA gefunden, als von der Bühne aus gesehen Metalfans in ihren typischen Posen und mit Vogelköpfen. Schließlich gibt es auch noch die Gitarren aus der Werkstatt des Wilsteraner Tischlers Dirk Seidel, die sich optisch an Elemente aus Jens Ruschs Bildern orientieren und vom Künstler selbst den Anstrich erhielten. Diese Instrumente sind im Zuge der vergangenen drei Wattolümpiaden zu Gunsten der Aktion Stark gegen Krebs versteigert worden.

Hier schließt sich ein Kreis. Denn durch diese Aktion ist es Rusch auch möglich, eine Maltherapie für Krebskranke anzubieten. Geplant ist dies im Westküstenklinikum Heide ebenso wie bei Selbsthilfegruppen der Region. Ein spezieller Ableger der Maltherapie, heruntergebrochen für Kinder, ist das Arbeiten im Meldorfer Kinderhospiz. Dort wird Rusch am 4. Dezember mit Pinsel, Farben und Leinwand erwartet.

Unterm Strich kann der Brunsbütteler über Arbeitsmangel nicht klagen. Dementsprechend sieht er seine Jahresausstellung auch als Dokumentation dessen, was er in den vergangene Monaten so in seinem Atelier geschafft hat. „Du musst unter Beweis stellen, dass du ein guter Handwerker bist“, sagt Rusch mit einem Augenzwinkern. Sein Tagwerk fotografiert Rusch inzwischen allabendlich und postet das Ergebnis bei Facebook. Mit ungeahnten Auswirkungen. Denn durch das soziale Netzwerk habe sich inzwischen ein Austausch mit anderen entwickelt, dessen Ergebnisse sich vereinzelt in seinen Bildern niederschlagen, erzählt er.

Besucher der Vernissage sollten nicht auf einen trockenen Vortrag hoffen. Den wird es nicht geben. Stattdessen wird der Nordfriese Joachim Rothermund, ein guter Freund des Künstlers mit Hang zu Reimen im Stile eines Ringelnatz, die Laudatio halten. Musikalisch ergänzt wird dies durch Olaf Plotz. Und mit etwas Glück greift auch Jens Rusch zur Gitarre. Ihm ist bei der Ausstellungseröffnung vor allem eines wichtig: „Es muss Spaß bringen, es muss bunt sein.“

 

>Infos: www.jens-rusch.de

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen