Neues Angebot : Jagd im Museum – digital und op Platt

„Wahnsinnige Idee“ umgesetzt (v. r.): Jan Niemann, Sven Brockhus, Christian Holst, Johann Stempfle, Irma Schmidtborn, Anita Chmielewski und Miriam Hoffmann.
„Wahnsinnige Idee“ umgesetzt (v. r.): Jan Niemann, Sven Brockhus, Christian Holst, Johann Stempfle, Irma Schmidtborn, Anita Chmielewski und Miriam Hoffmann.

Detektivspiel auf Tablet-PC führt Kinder durch Prinzeßhof in Itzehoe.

shz.de von
20. Mai 2018, 10:00 Uhr

Es begann mit einer „wahnsinnigen Idee“, sagt Jan Niemann. Als der Lehrer an der Grundschule Hohenaspe mit seiner Klasse das Kreismuseum Prinzeßhof besuchte, wurde ihm schnell klar, dass die Hausführung mit den Audioguides für seine Schüler ungeeignet ist. Ihm schwebte eine Kinderversion vor. Jetzt gibt es sie: digital und op Platt.

Denn da die Grundschule Hohenaspe eine von landesweit 25 Modellschulen für Plattdeutsch ist, sollte der regionale Dialekt eine große Rolle spielen. Mit seiner Idee sprach Niemann die Museumsleitung an, Anita Chmielewski reichte sie an ihre Nachfolgerin Miriam Hoffmann weiter. Beide unterstützen das Projekt, Chmielewski inzwischen im Vorstand des Freundeskreises des Museums.

Dieser kümmerte sich um die Finanzierung durch die Kulturstiftung des Kreises, inklusive der Anschaffung von 15 Tablet-PCs. Auf ihnen befindet sich eine App, in die Niemann und seine Schüler eine Schnitzeljagd eingepflegt haben. Es gilt, dem Detektiv Tüffel und seinem Hund Schnüffel dabei zu helfen, die von Fiete Flunker gestohlene Münze wiederzufinden. Mehr als 30 Aufgaben sind dafür zu lösen – die Kinder müssen in den Räumen QR-Codes scannen, Dinge oder Begriffe finden und Fragen beantworten. Die Texte wurden von Schülern eingesprochen, auf Platt- und Hochdeutsch. „Es sind immer wieder andere Sachen gefragt. Das wird nie langweilig“, sagt Niemann.

Am Ende können die Schüler wirklich eine Münze finden, das ist Sven Brockhus zu verdanken. Der Lehrer am Regionalen Berufsbildungszentrum übernahm die Fertigung mit seinen Schülern im Fach Technisches Produktdesign. Die 16- bis 20-Jährigen bekamen die Entwürfe aus der Hohenasper Grundschule und entwickelten einen 3D-Druck mit dem Motiv des Museumsgebäudes aus biologisch abbaubarem Plastik. „Das ist aus rein natürlichem Material hergestellt“, so Brockhus.

Bis nach der Detektivrallye die gestohlene Münze gefunden wird, vergeht etwa eine gute Schulstunde, schätzt Niemann. „So sind die Kinder insgesamt 90 Minuten beschäftigt.“ Die Schnitzeljagd eigne sich für Schüler der Klassen 3 bis etwa 7. Dieses Angebot bringe das Museum „richtig nach vorne“, meint Christian Holst vom Freundeskreis. Dieser hofft nun, dass sich möglichst viele Schulklassen melden, um auf spielerische Art die Geschichte der Region kennenzulernen – und das im regionalen Dialekt.

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Informationen: 04821/64068.


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