Hohenlockstedt : Jäger-Geschichte in Heftform

Berichtet über das königlich preußische Jägerbataillon Nummer 27: Siegfried Schäfer aus Hohenlockstedt.
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Berichtet über das königlich preußische Jägerbataillon Nummer 27: Siegfried Schäfer aus Hohenlockstedt.

Siegfried Schäfer veröffentlicht ein Werk über das königlich preußische Jägerbataillon Nummer 27 im Lockstedter Lager. 2000 Finnen wurden dort ab 1915 ausgebildet.

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18. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hohenlockstedt | 32 Mann in einer Baracke, Wasser zum Waschen mussten sie sich von draußen holen – die ersten finnischen Freiwilligen im Lockstedter Lager hatten ein karges und entbehrungsreiches Leben. Darüber berichtet der Hohenlockstedter Siegfried Schäfer in seinem neuen Band über das königlich preußische Jägerbataillon Nummer 27. Der Hobbyhistoriker hat bereits drei von geplanten fünf Bänden unter dem Obertitel „Lockstedter Lager Courier“ über die Geschichte des Truppenübungsplatzes herausgegeben. Jetzt folgt eine „Sonderausgabe“ aus Anlass der 100. Wiederkehr der Ankunft der finnischen Freiwilligen im Lockstedter Lager. Dieses Ereignis wird am 27. und 28. Februar in der Gemeinde groß gefeiert (wir berichteten).

Wie immer geht Schäfer chronologisch vor, viele Details finden sich in seinem Werk. Die ersten 55 von 2000 Finnen kamen am 25. Februar 1915 an – als Pfadfinder getarnt. „Die Finnen erwartet neben der Disziplin spartanische Genügsamkeit und Kärglichkeit des täglichen Daseins. Dazu harte Arbeit, täglich sieben Stunden Übungen, eine Stunde Unterricht, hartes Lager in Schlafsälen. Verzicht auf jede Bequemlichkeit, einfache und eintönige Kost“, sagte vor 100 Jahren Major Maximilian Beyer, der die Finnen unterweisen sollte.

Siegfried Schäfer hat für sein Werk wieder viele Zeitungsbände durchforstet, aber auch in zahlreichen Archiven nach Aufzeichnungen und Dokumenten geforscht. „Schwierig war dabei, dass es kaum Informationen aus der Zeit des Kaiserreiches gibt“, beschreibt der Schäfer die mühselige Suche nach Daten, Fakten und Geschichten. Viel gefunden habe er im Archiv des Außenministeriums, denn dorthin seien monatlich Berichte aus dem Lockstedter Lager gegangen. Auch über eine schwedische Gesellschaft, die sich mit Flüchtlingen befasst, habe er einiges erfahren. Über seine Recherchen sei so auch herausgekommen, dass mindestes vier Finnen im Lager gestorben seien − eines natürlichen Todes. Diese seien dann mit militärischen Ehren in Kellinghusen beigesetzt worden, in Hohenlockstedt gab es zu der Zeit noch keinen Friedhof.

Ein zweiter Teil des Werkes widmet sich dem Gedenkstein für die Soldaten des Jägerbataillons Nummer 27, der im Mai 1939 eingeweiht wurde. Daraus machten die Nationalsozialisten ein großes Propaganda-Ereignis, mit Wochenschau und viel Presse. Eingebunden in die Organisation war auch die örtliche SA-Schule.

Der Marsch der Finnen vom Bahnhof ins Lockstedter Lager wird während des Finnentages nachgestellt. Start ist am Freitag, 27. Februar, um 17.30 Uhr, der Zug endet gegen 19 Uhr an der Jägerunterkunft im heutigen Kunsthaus M 1. Dort wird Siegfried Schäfer anschließend auch seine Sonderausgabe zur 100. Wiederkehr der Ankunft der finnischen Freiwilligen vorstellen und verkaufen.

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