Glückstadt : J.J.Augustin: Studie für Museum

Die Stadt sucht noch Geldgeber

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20. April 2013, 09:02 Uhr

Glückstadt | Die Druckerei J. J. Augustin ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung, sagte im vergangenen Jahr Landesdenkmalpflegerin Dr. Astrid Hansen. Doch ob aus dem einzigartigen Fundus aus der Zeit des Bleisatzes im eigenen Gebäude am Fleth ein Museum werden kann, könnte an den Finanzen der Stadt scheitern.

Die Politiker im Wirtschaftsausschuss wollten sich nicht dem Vorwurf aussetzen, eine einzigartige Chance zu vertun. Hier ging es zunächst einmal um die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie. In nicht-öffentlicher Sitzung wurde beschlossen, dass diese nur in Auftrag gegeben wird, wenn die Hälfte von einem anderen Träger finanziert wird. Die Studie selbst würde 49 600 Euro kosten. Geklärt werden soll darin unter anderem, ob sich solch ein Museum wirtschaftlich darstellen lässt.

"Es ist ein Kleinod", sagte Ausschussvorsitzender Dr. Hans-Georg Helm (CDU) zu dem, was alles an historischem Material in der Druckerei J.J. Augustin erhalten geblieben ist. "Wir wissen aber nicht, wie wir damit umgehen sollen." Die Stadt könne die Kosten für ein Museum "nicht wuppen". Wenn aber nichts gemacht werde, würde alles "in den Kammern" eines Hamburger Museums verschwinden.

Er drängte dann die Politiker auf ein klares Votum, weil die Inhaber-Familie eine Entscheidung bräuchte.

Dr. Sybille Lindenberg (SPD) sprach sich vehement dafür aus, zumindest die Studie in Auftrag zu geben. "Das ist eine Investition in die Zukunft. Solch ein Museum wäre einmalig in Deutschland." Sie verwies auf die Ausstellung zu dem Thema, die jetzt im Detlefsen-Museum gezeigt wird. "Hochspannend" sei die Präsentation.

Ulrich Koch (SPD) interessiert sich seit langem für die Druckerei Augustin und kennt den Wert. Trotzdem betonte er: "Das Projekt ist drei Nummern zu groß für Glückstadt." Denn es sei ein Projekt von internationaler Bedeutung, die Finanzierung müsse von außen kommen. "Es ist Weltkulturerbe verdächtig." Auch Ralf Krüger (FDP) plädierte für die Studie. "Wir vergeben sonst eine Chance."

Die Stadtverwaltung sucht jetzt Fördermöglichkeiten, damit die Hälfte der Studie bezuschusst wird. Möglich ist auch ein Sponsor. Das war auch Bedingung für den Beschluss, der dann einstimmig ausfiel.

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