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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 01:04 Uhr

Statistik : Itzehoes Einwohnerzahl steigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt ist seit 2011 um mehr als 1100 Bürger gewachsen. Kommune und Wirtschaft profitieren.

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Trotz des demografischen Wandels ist Itzehoes Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren gewachsen. Waren 2011 noch 31 965 Bürger bei der Stadt gemeldet, so sind es in diesem Jahr bereits 33 096, das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Ein besonders sprunghafter Anstieg um rund 600 Einwohner wurde zwischen 2014 und 2015 verzeichnet, bis heute kamen noch einmal rund 450 Einwohner hinzu (jeweils Stand 31. März).

Für das Wachstum hat Holger Pump, Leiter des Amts für Bürgerdienste, nur eine Erklärung: „Zuzug, insbesondere auch durch Asylbewerber.“ Denn ein Blick auf die Zahl der Geburten und Sterbefälle macht schnell deutlich, dass Itzehoe nicht aus eigener Kraft gewachsen ist: Die Schere zwischen Geburten und Sterbefällen geht immer weiter auseinander. In 2015 zählte die Stadt 230 Neugeborene und 446 Verstorbene. Demnach müsste die Kommune 216 Einwohner verloren haben. Weil aber immer mehr Neubürger zuziehen, wächst die Kreisstadt beständig. Allein im vergangenen Jahr hat Itzehoe 377 Flüchtlinge aufgenommen.

„Für die Stadt ist es ein großer Gewinn, dass unsere Einwohnerzahl steigt“, sagt Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula. Wie sich das Wachstum konkret auf die Wirtschaft auswirke, lasse sich noch nicht beziffern. „Aber grundsätzlich gilt natürlich: Wir haben mehr Menschen in der Stadt und die geben auch mehr Geld aus.“ Außerdem stellt die Stadtmanagerin fest: „Unser Stadtbild ist durch die Zuwanderer viel bunter geworden. Man sieht wieder viel mehr junge Leute in der Innenstadt.“ Aus ihrer Perspektive eine positive Entwicklung.

Die Stadtverwaltung sieht das ganz ähnlich: „Wenn wir mehr junge Leute in der Stadt haben, kann das nur positiv sein“, sagt Holger Pump. Auf der einen Seite bringe das auch Herausforderungen für die Stadt mit sich, beispielsweise bei der Schaffung von Schul- und Kindergärtenplätzen. Auf der anderen Seite steige mit der Einwohnerzahl die Wertschöpfung.

Da die sogenannten Schlüsselzuweisungen, die die Stadt aus der Landeskasse erhält, nach der Einwohnerzahl berechnet werden, bedeuten mehr Bürger nicht zuletzt auch mehr Geld vom Land. Theoretisch.

Denn die aktuelle Einwohnerzahl von 33 096 ist umstritten. Laut der Volkszählung, die im Jahr 2011 stattfand, und deren Daten bis heute weiter geschrieben werden, hat Itzehoe etwa 1500 Einwohner weniger (Stand: 2015, siehe Infokasten). Auch in 67 anderen Städten Schleswig-Holsteins sind die Einwohnerzahlen laut Zensus plötzlich geschrumpft. Ein Phänomen, das die Städte so nicht hinnehmen wollen. Das Statistische Landesamt hat inzwischen reagiert und eine dritte Einwohnerzahl eingeführt, eine Art Mittelwert zwischen den Zahlen der Stadt und den Zensus-Zahlen. Sie ist derzeit maßgeblich für die Zuweisungen vom Land.

Für Itzehoe bedeutet das immer noch: 1300 Bürger weniger als im Register des Meldeamts verzeichnet sind. „Auf diese Weise gehen uns jährlich rund 828 000 Euro an Schlüsselzuweisungen verloren“, sagt Holger Pump, der auf ein baldiges Ende des Zahlen-Wirrwarrs hofft. Im Moment gelte es, eine Musterklage der Stadt Flensburg gegen den Zensus abzuwarten.

Dass seine Einwohnerzahl aus dem Meldeamt die „echte“ ist, daran hat Pump keine Zweifel. Sein Argument: „Die Zahl ist Grundlage für das Versenden der Wahlbenachrichtigungen. Bei der Bürgermeisterwahl im November vergangenen Jahres haben wir nur knapp über 100 dieser Karten wegen falscher Adresse zurückbekommen.“

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