Stahlhändler Willi Krohn : Itzehoer Traditionsunternehmen zieht um

Zufriedene Bauherren: Thorsten Flasch (l.) und Hendrik Beckmann von der Firma Willi Krohn vor ihrer künftigen Betriebshalle auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von- Fritsch-Kaserne in Breitenburg.
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Zufriedene Bauherren: Thorsten Flasch (l.) und Hendrik Beckmann von der Firma Willi Krohn vor ihrer künftigen Betriebshalle auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von- Fritsch-Kaserne in Breitenburg.

Stahlhändler Willi Krohn verlegt Sitz von Itzehoe nach Breitenburg / Unternehmen investiert fünf Millionen Euro in neuen Standort

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21. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Die Ausmaße der neuen Halle sind bereits erkennbar – und die sind gewaltig: Rund 125 Meter lang und 32 Meter breit wird der Neubau, der für die Firma Willi Krohn auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im Breitenburger Ortsteil Nordoe direkt an der A 23 entsteht. 4000 Quadratmeter Nutzfläche unter einem Dach werden dem Unternehmen nach der Fertigstellung zur Verfügung stehen. Der neue Standort wird dann der Hauptsitz des Stahlhändlers, der nach 133 Jahren Unternehmensgeschichte Itzehoe verlässt. In der Stadt hatte sich kein passendes Gelände für die Neubaupläne der Firma gefunden.

Von 20 auf 30 Mitarbeiter hat sich Willi Krohn in den vergangenen drei Jahren vergrößert, berichtet Geschäftsführer Thorsten Flasch. Das Unternehmen profitiert vom Bauboom in ganz Norddeutschland. „Unser Konzept kommt an“, sagt Flasch. Vom Einfamilienhäusern bis zum Fundament von Autobahnen: Wo mit Stahlbeton gearbeitet wird, kommen die Armierungen oft von Willi Krohn. „Wir liefern passgenaue Lösungen just in time und können flexibel auf spezielle Anforderungen der Kunden reagieren. Das ist unsere Nische.“ Und in dieser konnte das Unternehmen wachsen.

Eine Bremse dabei war zuletzt das alte Werksgelände am Brookhafen. Zu klein und zu verschachtelt sei der Standort direkt an der Stör, erklärt Hendrik Beckmann, wie Flasch Geschäftsführer und Gesellschafter von Willi Krohn. „Wir müssen aktuell oft unnötig viele Arbeitsschritte machen, weil es in der räumlichen Situation nicht anders möglich ist.“ Deshalb laufe das Unternehmen Gefahr, Kundenanfragen ablehnen zu müssen. Eine Erweiterung am Brookhafen sei nicht möglich gewesen, die Suche nach einem neuen Grundstück daher notwendig geworden. Die gestaltete sich alles andere als einfach. „Wir brauchten ein relativ großes Grundstück mit guter Verkehrsanbindung, denn bei uns verkehren viele schwere Lkw. Und wir sind verhältnismäßig laut – manchmal auch sehr früh am Morgen“, fasst Flasch die Schwierigkeiten bei der Standortsuche zusammen. „Wir wären gern in Itzehoe geblieben.“

In der Stadt fand sich aber kein passendes Gelände – trotz intensiver Unterstützung durch die Verwaltung. „Es gab mehrere Gespräche. Wir konnten sechs potentielle Grundstücke vorschlagen“, sagt Wirtschaftsförderer Thomas Carstens. Leider habe keins alle Anforderungen erfüllt. Der konkrete Flächenbedarf habe die Suche in Verbindung mit Lärmschutzanforderungen und dem allgemeinen Preisniveau kompliziert gemacht. „Wir bedauern die Umzugspläne von Willi Krohn natürlich“, sagt Carstens. Die Entscheidung zeige, dass in Sachen Gewerbeflächen Handlungsbedarf bestehe. Es sei daher gut, dass die Politik die Verwaltung mit den notwendigen Mitteln ausgestattet habe. „Ich bin zuversichtlich, dass wir da 2018 entscheidende Weichen stellen können.“ Für Willi Krohn kommt dies zu spät. Er sei als Wirtschaftsförderer aber froh, dass das Unternehmen zumindest im näheren Umfeld der Stadt bleibe, so Carstens. Denn die Firma hatte auch Fühler in Richtung Kreis Pinneberg ausgestreckt, berichten die Geschäftsführer.

Fündig wurden sie aber schließlich auf dem ehemaligen Kasernengelände in Nordoe und kauften dort ein rund 20 000 Quadratmeter großes Areal vom Eigentümer, der Itzehoer Firma May & Co. Das Grundstück biete auch Potenzial für die Zukunft, erklärt Beckmann. Es sei genug Platz, um neben dem jetzt begonnenen Neubau ein vergleichbares Gebäude zu errichten. Neben der großen Halle entsteht auch ein Verwaltungsgebäude. Insgesamt investiert das Unternehmen rund fünf Millionen Euro in den neuen Standort. Umziehen will die Firma bereits im Frühsommer 2018. Bereits Ende Januar soll die neue Halle errichtet sein. Dann erfolgt der Innenausbau, bei dem mehrere Kräne für tonnenschwere Lasten unter der Hallendecke installiert werden. Was mit dem alten Firmengelände am Brookhafen passiert, ist noch nicht bekannt. Es befindet sich in Privatbesitz.

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