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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 21:28 Uhr

TECHNIK : Itzehoer Know-how weltweit gefragt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Reinholz Software & Technology GmbH ist führend bei der Steuerung von Sonderfahrzeugen wie Müllautos oder Kränen. Auch die komplette Wasserversorgung der Kreisstadt Itzehoe hat sie automatisiert.

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Sein jüngster Urlaub führte Karsten Reinholz nach Kuba. Dort holte ihn die Arbeit ein – und das freute den 48-Jährigen: Der Müllwagen fuhr mit einer Steuerungstechnik seiner Firma. Binnen zehn Jahren hat sich die Reinholz Software & Technology GmbH bundesweit, teils weltweit etabliert.

Allein fing der Elektrotechniker, Elektromeister und Informatiker an, das Innovationszentrum IZET bot ihm die „perfekte Plattform“. Heute sind es 32 Mitarbeiter: „Für ein Automatisierungsunternehmen ist das schon eine Nummer.“ Eine führende Rolle habe die Firma bei der mobilen Automation, also der Steuerung von Sonderfahrzeugen wie Müllautos, Markierungsmaschinen, Kränen oder Schienenbaggern. Serien-Software, die weltweit betrieben werde, sei eine besondere Herausforderung, sagt Reinholz. Jeder Kunde brauche eine individuelle Lösung, erklärt die kaufmännische Leiterin Anja Harms (45). „Es gibt nichts von der Stange bei uns.“

Das durften auch die Stadtwerke Itzehoe erfahren. Im vergangenen Jahr automatisierte die Firma Reinholz die komplette Wasserversorgung der Kreisstadt mit modernster Steuerung für die Wasserwerke: „Es war bundesweit ein Prototyp“, sagt Reinholz, der sich die Geschäftsführung mit Holger Denzau teilt. Wieder kam sie vom Marktführer Siemens, mit dem das Unternehmen seit Jahren eine feste Partnerschaft verbindet.

Die Experten aus Itzehoe programmieren Steuerungen für ganze Produktionsanlagen in Branchen wie Chemie, Lebensmittelindustrie oder Windkraft, aber auch – quasi eine Stufe vorher – Teile der Software für die verwendeten Maschinen. Immer mehr Bedeutung gewinnt der Bereich Sicherheit, sowohl beim Betrieb der Anlagen als auch bei der Abschottung gegen Angriffe von außen. Stets gehöre ein sehr hoher Beratungsanteil dazu, sagt der Firmengründer. „Wir sind letztendlich Software-Architekten.“ Die Spezialisten dafür findet das Unternehmen trotz Fachkräftemangel – das erklären Reinholz und Anja Harms mit reizvollen Technologien, vielen Möglichkeiten der Entwicklung und ständiger Abwechslung durch immer wieder neue Herausforderungen. Es werde viel in die Entwicklung und das Personal investiert, sagt der 48-Jährige. „Wir brauchen keine Mitarbeiter, wir brauchen Aktivisten.“

Weiterbildung bietet die Firma auch für Kunden mit der bundesweit tätigen Reinholz-Akademie. Neueste Technologien werden neutral vermittelt, „wir möchten den Kunden viel Know-how mitgeben“, sagt Reinholz. Dabei gehe es um die Methodik des Programmierens: „Das wissen viele Absolventen von Hochschulen nicht.“ Als Studenten sind sie stets willkommen, um bei Reinholz ihre Bachelor- oder Masterarbeiten zu fertigen.

Die Akademie ist neben technischer Beratung das Arbeitsfeld des Hamburger Büros, das gerade vergrößert wird. Ab September arbeiten sechs Angestellte im Herzen der Stadt, denn es sei Zeit, dort dem Bedarf entsprechend zu wachsen. Ein kleines Büro, rein für den Vertrieb, gibt es zudem in Stuttgart; im Süden betreibt Reinholz viele Projekte in mobiler Automation. Aber: „Itzehoe ist unsere Heimat, hier bleiben wir.“ Und hier wird auch gefeiert zum zehnten Geburtstag. Ende August gibt es für geladene Gäste zunächst Fachvorträge, dann folgt zur Entspannung „Rock bei Reinholz“: Erwartet werden Lotto King Karl & die 3 Richtigen.

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