Itzehoer hilft in Uganda

Noch ganz entspannt: Peter Striewski wenige Wochen vor seiner Abreise nach Uganda.  Foto: Lammers
Noch ganz entspannt: Peter Striewski wenige Wochen vor seiner Abreise nach Uganda. Foto: Lammers

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13. August 2009, 10:15 Uhr

Itzehoe | "Für mich stand ganz früh fest: Eines Tages will ich ein Jahr lang in die große weite Welt verschwinden." Den großen Worten von Peter Striewski aus Itzehoe folgten Taten. Lange grübelte der 24-Jährige, wohin er reisen könnte. Eigentlich wollte er für ein Jahr nach Australien oder Neuseeland gehen. Oder nach Kanada, um Schlittenhunde zu trainieren. Oder als Tauchlehrer nach Thailand. Die Welt stand offen für den ausgebildeten Mechatroniker - seine Möglichkeiten waren schier unbegrenzt. Doch nun ist die Entscheidung gefallen: Für den Itzehoer geht es am Mittwoch, 2. September, an die Ostküste Afrikas: Nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas. "Ich bin wirklich gespannt, was mich dort erwartet."

Einen festen Arbeitsplatz hat der 24-Jährige schon. Er wird im Rahmen eines Projektes für umweltfreund liche Energien, genannt "Jeep", bei der Wartung und Errichtung von Solaran lagen helfen. "In Uganda ist das Stromnetz ganz instabil. Da fällt der Strom mehrmals täglich aus - deshalb ist Solarenergie dort ein großes Thema", weiß Peter Striewski. Zudem soll der Itzehoer Seminare leiten und die Homepage pflegen.

"Für mich geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und den Menschen vor Ort eine helfende Hand zu reichen", sagt der 24-Jährige. Das Rahmenprogramm seines Auslandsdienstes heißt "weltwärts" und wird zu 75 Prozent durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen arbeit und Entwicklung (BMZ) getragen. 25 Prozent der Kosten für Flug, Unterkunft und Verpflegung übernimmt die Organisation "Solivol", die zu "Artefact", dem Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Glücksburg, gehört. "Es ist ein Entwicklungsdienst in abgespeckter Form", sagt Peter Striewski. "Lernen durch tatkräftiges Handeln" sei das Motto des Freiwilligendienstes.

Durch mehrtägige Vorbereitungskurse der Organisation fühlt sich der 24-Jährige gut gewappnet für seinen Afrika-Aufenthalt: Neben zahlreichen Impfungen beispielsweise gegen Hepatitis, Diphterie, Tollwut und einer Malaria-Prophylaxe hat er auch viel über Verhaltens regeln auf dem schwarzen Kontinent gelernt: Das Auftreten der Leute sei ganz anders. "Alles hat mehr Etikette und die Menschen legen viel Wert auf ihre gesellschaftliche Stellung."

Bedenken hat Peter Striewski kaum, ist aber für eventuelle Schwierigkeiten vorbereitet. "Das ist kein Dänemark-Urlaub - ich weiß, dass es Tiefpunkte geben wird." Am meisten habe er Angst, dass es zwischenmenschliche Probleme gebe, gesteht der Itzehoer.

Nicht nur für diesen Fall freut er sich über eine Schulter zum Anlehnen. Seine Freundin Wiebke (24) folgt ihm anderthalb Monate später nach Uganda. Sie will dort als Kinderphysiotherapeutin arbeiten. Sie werden aber nicht in demselben Gästehaus wohnen, um sich stärker als Einzelner auf Land und Leute einzulassen. "Ich will kein Tourist sein, sondern selbst dafür sorgen, dass ich integriert werde."

.Auch Peter Striewski bittet um finanzielle Unterstützung. Weitere Infos: Peter_Striewski@gmx.de.

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