Weihnachstsgeschäft : Itzehoer Einzelhandel: Positive Stimmung spürbar

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In der Itzehoer Innenstadt sind die Geschäftsleute vor allem rund um Breite Straße zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Klagen kommen aus der oberer Feldschmiede.

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22. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Das Weihnachtsgeschäft ist für den deutschen Einzelhandel 2017 ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist die Konsumlaune der Verbraucher laut Handelsverband HDE blendend. Der Verband geht von einem satten Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Doch der vergrößerte Kuchen wird ungleich verteilt. Während der Onlinehandel teilweise zweistellige Zuwachsraten verbuchen kann, ist man im stationären Einzelhandel laut HDE bisher nicht zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. In Itzehoe bestätigen Kaufleute diesen allgemeinen Trend nur teilweise.

„Das Internet ist der Tod des Einzelhandels“, stellt Ellen Kaiser vom Itzehoer Teekontor fest. „Die Leute bestellen, schicken alles zurück und bedenken die Konsequenzen nicht, das ist sehr traurig.“ Sie sei mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft gar nicht zufrieden, berichtet die Kauffrau, macht neben dem Onlinehandel aber für ihr Geschäft einen weiteren Grund dafür aus – den Umzug des Modehaues Behrends & Haltermann (B & H): „Als das Holstein-Center noch belebt war, kam öfter Laufkundschaft vorbei“, sagt Kaiser, die ihren Laden in der oberen Feldschmiede betreibt. Auch Sandra Strauchpick, Inhaberin des Deko-Geschäftes Lieblingsstück in der Nähe stellt diesen Effekt fest: „Man merkt, dass B & H weg ist.“

Auf der anderen Seite der Innenstadt im Bereich der Breiten Straße stellt Juwelier Volker Spliedt den gegenteiligen Effekt fest. Der Umzug des Modehauses bringe mehr Kunden ins Geschäft. Er sei zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Das gelte auch zu „110 Prozent“ für B & H, sagt Geschäftsführer Sven Haltermann. „Das neue Haus wird von den Kunden sehr gut angenommen. Die Frequenz ist höher als am alten Standort.“ Besonders gut sei in der Vorweihnachtszeit neben Spielwaren der Bereich Damenmode und Young Fashion gelaufen. „Es gibt aber keine Abteilung, wo es nicht gut läuft“, so Haltermann.

Die Breite Straße habe „enorm gewonnen“, sagt auch Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula. Sie höre aber nicht nur von dort, dass die Stimmung im Itzehoer Einzelhandel im Großen und Ganzen gut sei – trotz der kurzen Adventszeit. „Es ist bei Kunden und Geschäftsleuten eine positive Stimmung spürbar.“ Was die Stadtmanagerin besonders freut: Der Itzehoe-Gutschein laufe noch besser als im Vorjahr. In der oberen Feldschmiede sei das Umfeld aber tatsächlich schwierig. Dort gebe es ein „atmosphärisches Problem“, das einzelnen Geschäften Schwierigkeiten mache. Ein „atmosphärisches Plus“ sieht Stefan Wolter, Vorsitzender des Gewerbevereins „Wir für Itzehoe“, in der Weihnachtsbeleuchtung rund um die Breite Straße. „Der Schulterschluss der Kaufleute dort mit Stadtmanagement und Verwaltung ist ein Erfolg.“ Die Beleuchtung sei „klasse“ und bringe in Verbindung mit den Ständen als „Treffpunkt“ Menschen auf die Straßen. Was die Online-Konkurrenz angehe, zeige sich in Itzehoe, dass Ladengeschäfte mit speziellem Sortiment sowie „individuellen Ideen und ambitioniertem Arbeiten“ auch in diesen Zeiten erfolgreich sein könnten.

Für morgen erwarten die Einzelhändler noch mal einen Großkampftag. Am Heiligabend wird es dann wohl eher ruhig in der Innenstadt zugehen. Die Geschäfte dürfen am Sonntag grundsätzlich nicht öffnen. Ausnahme sind Lebensmittelhändler sowie Blumenläden und Tannenbaum-Verkaufsstellen. Diese Geschäfte dürfen allerdings nur für drei Stunden öffnen und müssen aus Rücksicht auf die Gottesdienste spätestens um 14 Uhr schließen.

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