King Of Rock : Itzehoer bringt Elvis ein Ständchen

„Sei nicht grausam – Don’t be cruel“ (1956): Mit diesem Titel feiert Andreas Laabs den Musiker.
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„Sei nicht grausam – Don’t be cruel“ (1956): Mit diesem Titel feiert Andreas Laabs den Musiker.

Andreas Laabs (50) ist Hobby-Musiker und seit seiner Kindheit ein großer Presley-Fan – zum 80. Geburtstag singt er für ihn.

shz.de von
08. Januar 2015, 16:30 Uhr

„Das ist die Akustik-Gitarre, die Elvis auch gespielt hat.“ Andreas Laabs betrachtet stolz sein Musikinstrument der Marke Epiphone. Eine original Elvis-Presley-Gitarre ist es nicht, doch nicht ohne Grund nennt der Itzehoer Hobbymusiker ein Modell der gleichen Bauart sein eigen. Er schätzt ihre gute Verarbeitung, die dicken Seiten und den 17-Zoll-Klangkörper, der einen kräftigen Klang erzeugt. Die Gitarre passt in sein Lebenskonzept: Der 50 -Jährige ist seit seiner Kindheit Elvis-Fan durch und durch. Schon als Fünfjähriger tanzte er zu „Suspicious Minds“ und „In The Ghetto“. Wenn diese Stücke liefen, „dann zappelte der kleine Andi vor dem Radio herum“, erinnert er sich. Zum Geburtstag brachte der Itzehoer seinem musikalischen Vorbild gestern ein Ständchen. Denn Elvis Presley, geboren am 8. Januar 1935, wäre heute 80 Jahre alt geworden.

 

Aussehen wie Elvis? Das gilt für Laabs eher nicht. Einen echten Elvis-Fan macht es nach seiner Auffassung aus, dass man ihn auf den ersten Blick nicht erkennt, sondern erst auf den zweiten. So verzichtet Andreas Laabs auf die typische Elvislocke. Doch wenn er den Mund aufmacht, spricht der Südstaatler aus ihm. Denn bereits in der Schulzeit hat sich der Itzehoer den amerikanischen Akzent von Elvis Presley abgeguckt, zum Leidwesen seiner Lehrer.

„Elvis war mein eigentlicher Englisch-Lehrer“, sagt er. Was ihn an dem Künstler fasziniert, ist seine tolerante Einstellung, mit der er Rassengrenzen innerhalb seiner Musik aufzubrechen vermochte. „Elvis gehörte zu der armen weißen Bevölkerung, dem ‚poor white trash‘ – armen   weißen Müll.“ Er sei aus einer durchmischten Gegend gekommen und habe dies in seiner Musik gelebt.

Typisch weiße Musikrichtungen wie Country und Swing spielte er genauso wie Blues oder Gospel. Er habe die Musikalität der Schwarzen erkannt und ihren durch Musik gelebten Glauben aufgegriffen, so Laabs. „Man kann nicht Elvis-Fan sein, ohne gläubig zu sein. Das hat aber nichts mit der Zugehörigkeit zu einer Kirche zu tun“, findet er. Beeindruckt habe ihn zum Beispiel das Stück „America Trilogy“, in dem Elvis Auszüge aus der Südstaaten-Hymne in die Melodie der Nordstaaten-Hymne übergehen lasse.

„Elvis verändert beides zu etwas Gesamtamerikanischen“, erklärt er. Während Laabs spricht, läuft die entsprechende Fernsehaufzeichnung auf seinem Fernseher: Elvis Presley im „white suite“, dem typischen weißen Anzug. „Elvis lebt!“, erklärt Andreas Laabs und feiert seine Musik.

Tatsächlich starb Elvis Presley bereits 1977 im Alter von 42 Jahren an plötzlichem Herzversagen. Über den Umstand seines Todes wurde viel spekuliert. „Als er starb, war ich mit meinen Eltern gerade im Urlaub an der Costa Brava“, erinnert sich Laabs. An einem Kiosk habe er die für ihn unfassbare englische Zeitungsschlagzeile gelesen: „Carter trauert um Elvis“. Gemeint war der damalige US-Präsident Jimmy Carter. Für Laabs war klar: „Das muss ein Irrtum sein, es wird umgekehrt sein.“ Doch so war es nicht. „Das war ein Schock“, erzählt er.

Doch Laabs hält sein Vorbild bis heute in Ehren: Aus seiner Sicht hat Elvis Presley insbesondere mit „That’s All Right“ vom 5. Juli 1954 Musikgeschichte geschrieben. „Er nimmt einen Blues-Titel und singt und spielt ihn wie einen Country-Titel“, schwärmt er. „Es ist verrückt, aber es funktioniert“, findet Laabs. „IZ- EP 1954“ hat er deshalb bewusst zu seinem Autokennzeichen gemacht. So fährt er Elvis spazieren.

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