Kultur : Itzehoe wappnet sich fürs Musikfestival

Holen das Schleswig-Holstein Musikfestival zurück ins Theater: Theaterdirektorin Ulrike Schanko (vorne, v.l.) mit Bürgermeister Andreas Koeppen, Ilka Eskildsen-Strohbecke (v.l.), Reiner Thomsen (Stadtwerke), Thiess Johannssen (Itzehoer Versicherung), Intendant Christian Kuhnt, Sparkassendirektor Achim Thöle, Helmut Knüpp (Wankendorfer Baugenossenschaft) und Heida Haltermann von B&H.
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Holen das Schleswig-Holstein Musikfestival zurück ins Theater: Theaterdirektorin Ulrike Schanko (vorne, v.l.) mit Bürgermeister Andreas Koeppen, Ilka Eskildsen-Strohbecke (v.l.), Reiner Thomsen (Stadtwerke), Thiess Johannssen (Itzehoer Versicherung), Intendant Christian Kuhnt, Sparkassendirektor Achim Thöle, Helmut Knüpp (Wankendorfer Baugenossenschaft) und Heida Haltermann von B&H.

Der neue Intendant des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) verspricht, dass es keine festivalfreien Jahre in Itzehoe mehr geben wird. Für 2015 sind zwei Veranstaltungen in der Störstadt geplant.

shz.de von
26. Februar 2015, 17:00 Uhr

Itzehoe | Der neue Intendant des Schleswig-Holstein Musikfestivals (SHMF) hat Itzehoe als Spielstätte wieder auf dem Plan. „Itzehoe steht an erster Stelle, was die Bekanntgabe der Details betrifft. Das ist dem Engagement der Itzehoer zu verdanken“, sagte SHMF-Intendant Christian Kuhnt gestern während der ersten Regionalpräsentation zum Festival im Studio des Theaters Itzehoe. Nachdem Itzehoe zuletzt wegen Bauarbeiten im Theater aus dem Sichtfeld des SHMF geraten war, kommt das Festival in 2015 mit zwei Veranstaltungen in die Störstadt.

„Das ist 100 Prozent mehr Veranstaltung“, freute sich Bürgermeister Andreas Koeppen und SHMF-Intendant Christian Kuhnt entschuldigte sich: „Dass wir 2013 nicht hier waren, ist ein großes Versäumnis.Wir haben lange gebraucht, um uns zu melden“, räumte er mit Blick auf Theaterdirektorin Ulrike Schanko ein. Dass Briefe, in denen die Theaterdirektorin neben dem Theater andere Spielstätten vorgeschlagen hatte, unbeantwortet geblieben waren, sei unverzeihlich. Schließlich gebe es andere geeignete Spielstätten wie die St. Laurentii Kirche. Sie wird in diesem Jahr neben dem Theatersaal Spielstätte sein. „Festivalfreie Jahre wird es in Itzehoe nicht mehr geben, zumindest nicht so lange ich da bin“, versprach Kuhnt, bevor er die Details des Programms verriet.

Hier habe man sich an den Eigenarten der Spielstätten orientiert. Der Theatersaal sei fantastisch. Am Mittwoch, 22. Juli, kommt Nils Mönkemeyer um 20 Uhr mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn. Er sei ein Musiker, der mit einem Instrument groß herauszukommen sei, mit dem man sonst keine große Karriere mache − nämlich der Bratsche. Er spielt Mozarts Klarinettenkonzert. „Man könnte zu dem Schluss kommen, eigentlich hätte Mozart sein Klarinettenkonzert für die Bratsche schreiben sollen“, so Kuhnt. Auf dieses schillernde Konzert folge dann etwas eher Kontemplatives. Am Sonnabend, 1. August füllt der Moskauer Kathedralchor die St. Laurentii Kirche um 20 Uhr mit russischer Musik − und die sei eher streng mit liturgischem Bezug und ohne Orgelspiel. „Man spürt, dass die eigene Seele unmittelbar angesprochen wird von der tiefgreifenden Musik“, erklärte der SHMF-Intendant.

Neben der klassischen Musik, die in diesem Jahr rund um den Komponisten Peter Tschaikowsky kreist, umfasst auch nichtklassische Musik das Angebot. „Es heißt ja zum Glück Schleswig-Holstein Musikfestival und nicht Klassikfestival“, so Kuhnt, der den Schleswig-Holsteinern einen möglichst vielfältigen Zugang zur Musik öffnen möchte. So sind zum Beispiel Konzerte von Roger Cicero und Annett Louisan mit im Programm.

Als dritte Säule steht ein Interpret mit regionalem Bezug weit oben auf den Plakaten: Percussionkünstler Martin Grubinger startete seine Karriere vor rund 15 Jahren in Itzehoe: „Die Leute haben sich damals alle die Karten wegen der berühmten Pianistin gekauft und dann waren alle fasziniert von dem jungen Schlagzeuger“, erzählt Kuhnt die Anekdote. Der Schaufensterwettbewerb wird in diesem Jahr unter dem Titel „Pauken und Trompeten“ stehen. Das sei anspruchsvoller als im letzten Jahr, als zum Thema Länder einfach Fahnen in die Fenster gehängt werden konnten.

Für das Sponsoring der Konzerte ist von Itzehoer Seite gesorgt. Der Festival-Ortsbeirat mit Sparkassendirektor Achim Thöle an der Spitze hat, unterstützt von Thiess Johannssen, Marketingleiter der Itzehoer Versicherung, die Sponsorentrommel geschlagen: 16 Sponsoren und 9000 Euro pro Jahr für die nächsten drei Jahre sind auch Dank des Netzwerks Steinburg+ zusammengekommen. „Ich finde, das ist ein tolles Ergebnis“, so Thöle, darüber eine Kontinuität für das Festival in Itzehoe gesichert sieht.

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