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Kommunalpolitik : Itzehoe: Stadtwerke-Chef fristlos gekündigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Manfred Tenfelde wurde als Geschäftsführer abberufen. Der Vorwurf: Er soll verantwortlich für einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von knapp 250.000 Euro sein.

Mehr als 15 Jahre war er Geschäftsführer der Stadtwerke Itzehoe – seit Montagabend ist er es nicht mehr. Manfred Tenfelde (61) hat die fristlose Kündigung erhalten und musste seinen Arbeitsplatz räumen. Die Begründung: Mit dem Versäumnis, Fördergelder für das Schwimmzentrum zu beantragen, habe er den Stadtwerken einen Schaden in Höhe von knapp 250.000 Euro zugefügt.

„Dem Aufsichtsrat und mir als Vertreter der Gesellschafterin blieb keine andere Wahl, als diese außerordentliche Kündigung auszusprechen“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen. Dafür holte er sich am Montagabend grünes Licht im Hauptausschuss, noch am selben Tag wurde das Kündigungsschreiben bei Tenfelde zugestellt. „Es war keine einfache Entscheidung“, betont Koeppen, denn der Geschäftsführer habe sich in seiner langen Tätigkeit „durchaus auch sehr verdient gemacht“. Doch eine Sonderprüfung habe die Treuepflichtverletzung offenbart.

Die Zusammenarbeit sei mit den Jahren schwieriger geworden, so Aufsichtsratsvorsitzender Sönke Doll. Mehrfach habe sich Tenfelde an Weisungen nicht gehalten. Als im vergangenen Jahr Gregor Gülpen als zweiter Geschäftsführer installiert wurde, wehrte sich Tenfelde zunächst dagegen. Gülpen fing im Oktober an, übernahm den kaufmännischen Bereich, Vertrieb und neue Geschäftsfelder, Tenfelde den technischen Bereich inklusive Schwimmzentrum. Damals sagte er: „Ich kümmere mich sozusagen um die Hardware, Herr Gülpen um die Software.“

„Ich habe den Eindruck gewonnen, dass er sich tatsächlich um gar nichts gekümmert hat“, sagt jetzt der Aufsichtsratsvorsitzende und meint damit den Umbau des Schwimmzentrums. Trotz mehrfacher Aufforderung sei kein Antrag auf Förderung aus einem Landesprogramm gestellt worden. Ein externer Wirtschaftsprüfer bestätigte den hohen Schaden – und der, so Doll, treffe neben den Stadtwerken auch die Stadt. Der Aufsichtsrat habe das Vertrauen in Tenfelde verloren. Neben der Kündigung ist geplant, ihn in Regress zu nehmen: „Einen entsprechenden Beschluss hat der Hauptausschuss gefasst.“

Seit Dienstag führt Gregor Gülpen die Stadtwerke allein, dabei soll es laut Doll und Koeppen bleiben. Die Entscheidung gelte es zu akzeptieren, sagt Gülpen. „Wir werden unsere Arbeit wie gewohnt weiterführen.“ Manfred Tenfelde sagt zu all dem nichts. Er hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

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erstellt am 11.Jul.2017 | 18:45 Uhr

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