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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 00:19 Uhr

Itzehoe gibt es bald zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Finanzausschuss hat Anschaffung eines Blindentastmodells beschlossen / Stadt zahlt dank vieler Fördermittel und Spenden nur kleinen Preis

Er hat es geschafft: „Die Finanzierung für das Blindentastmodell steht“, sagt Otto Carstens. Über ein halbes Jahr hat der Rechtsanwalt um Spenden geworben, damit die Stadt nur einen Anteil von zehn Prozent an den Nettokosten von gut 30  000 Euro zahlen muss. Die Mitglieder des Finanzausschusses hat das überzeugt: Sie haben den Zuschuss bewilligt. So wird es Itzehoe bald zum Anfassen geben.

Das freut Carstens ganz besonders. Denn seine Arbeit hat sich gelohnt. Die Aktivregion habe das Projekt als „modellhaft für die gesamte Region“ erachtet, weil es so etwas nur an wenigen Plätzen in Schleswig-Holstein und Hamburg gebe. Deshalb werde die Aktivregion das Projekt zu 60 Prozent fördern. Zu diesen rund 12  000 Euro hat Carstens noch einmal 15  000 Euro Spenden eingeworben. Neben seiner persönlichen Spende haben Ladies’ Circle, Round Table 43, Rotary Club Itzehoe, Arbeiter-Samariter-Bund Steinburg-Pinneberg, Kulturstiftung Itzehoe, Sparkasse Westholstein, Itzehoer Technik-Planung GmbH und die Stadtwerke Itzehoe das Projekt mit drei- und vierstelligen Summen gefördert. Auch über die Crowdfunding-Plattform des Landes „wir-bewegen.sh“ sei ein Anteil dazugekommen. „Ich hätte zu Anfang selbst nicht gedacht, dass das so schnell geht, weil die Finanzierungssumme eben so hoch war“, sagt Carstens. Doch er habe viel positiven Zuspruch bekommen. „Auch wenn manche Organisationen oder Personen das Projekt nicht finanziell unterstützen konnten, haben sie dafür geworben – und das hat offenbar sehr geholfen.“

Wenn der Haushalt im Frühjahr durch das Land freigegeben ist, soll der Bildhauer Egbert Broerken aus Soest in Westfalen anhand von Luftbildern ein Modell schaffen, das dann den Itzehoern vorgestellt wird. „Mein Wunsch wäre, dass es öffentlich gezeigt wird, so dass möglichst viele Itzehoer einen Blick darauf werfen und mögliche Änderungswünsche vortragen können“, so Carstens. Später könne Broerken, der sich auf diese Kunstwerke spezialisiert hat, dann das endgültige Modell aus Bronze schaffen. Es soll auf einem Sockel stehen, damit auch Rollstuhlfahrer es unterfahren und damit anfassen können. „Es ist ein wahres Inklusionsprojekt, weil sowohl behinderte als auch nicht-behinderte Menschen etwas davon haben.“ Blinden könnte so die Orientierung in der Stadt erleichtert werden. Und auch Sehende würden davor stehen bleiben und darüber reden. „Ich denke, dass das eine Identität für die ganze Stadt schaffen wird, die von manchen hier ja künstlich schlecht geredet wird, was ich schade finde.“

Wenn alles klappt, könnte das Modell im Jahr 2017 fertig sein, dann müsse die Ratsversammlung noch über einen Standort entscheiden. Carstens hat schon einen Favoriten: „Ich persönlich denke, dass es gut in der Kirchenstraße in der Nähe des Himmel + Erde oder am Übergang zur Feldschmiede aufgehoben wäre.“ Dort sei am meisten Publikumsverkehr und das Modell könne gut wahrgenommen werden. Und noch etwas wünscht sich der Ideengeber. „Wenn das Bronzemodell angefasst wird, dann wird es irgendwann golden. Da könnte man sehen, was die Besucher an Itzehoe besonders attraktiv finden. Vielleicht gibt es dann ja irgendwann einen goldenen Turm von St. Laurentii zu sehen.“

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erstellt am 06.Dez.2015 | 16:22 Uhr

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