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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 00:40 Uhr

„Itzehoe? Da gehen wir auch mal hin“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Travestiekünstler Lutz Kaus-Hogen alias Fräulein Luise am Freitag zu Gast im Theater

Eine Mischung aus Gesang und Comedy – mit ihrer Revue „Zauber der Travestie“ sind Christian Kaus und Lutz Kaus-Hogen seit 20 Jahren unterwegs. Wie ist die Idee entstanden, was hat die Show mit Homosexualität zu tun und warum kocht Fräulein Luise gelegentlich? Ein Gespräch mit der Hauptdarstellerin Fräulein Luise alias Lutz Kaus-Hogen.

Wie kommt es, dass Sie mit einer Show in Itzehoe auftreten, die man eher in einer Großstadt erwartet?

Lutz Kaus-Hogen: Wir sind auch in ganz kleinen Orten und spielen sogar in einem Dorf mit 100 Einwohnern. Das hat mit der Größe überhaupt nichts zu tun. Wir haben viel gehört von Itzehoe und vom Theater und haben uns gedacht, da gehen wir auch mal hin. Wir wollen ein möglichst großes Klientel erreichen und diesem Freude bereiten – das hat nichts damit zu tun ob Kleinstadt, Großstadt oder Provinz.

Welches Publikum ist typisch für Ihre Shows?

Erfahrungsgemäß sind beim ersten Mal 80 Prozent Frauen dort. Im Folgejahr merkt man, dass sie zu Hause berichtet haben, da sind es nur noch 70 Prozent, dann bringen sie schon mal ihre Männer mit. Männer haben immer Vorurteile gegenüber Männern in Frauenverkleidung. Aber dann merken sie aus Erzählungen: „Ach, so schlimm ist das ja gar nicht, wie ich dachte.“

Wie sieht Ihre berufliche Laufbahn aus und wie entstand die Idee, auf die Bühne zu wollen?

Ich bin gelernter Koch und komme gebürtig aus der DDR. Ich habe mich aber schon immer gerne zum Fasching verkleidet und war für jeden Mist zu haben, habe jeden Blödsinn mitgemacht, bis dann irgendwann mal jemand zu mir sagte: „Komm, du machst mehr daraus!“ Das ist nun 25 Jahre her, vor 20 Jahren ist Fräulein Luise entstanden. Sie ist die ewige Jungfrau und hat nie einen Mann gefunden, ist 24 und wird nicht älter, obwohl Luise im wahren Leben mittlerweile schon 50 ist. Mir macht es Spaß, wenn die Leute danach sagen: „Jetzt konnte ich mal für zwei oder zweieinhalb Stunden die Alltagssorgen vergessen.“ Das ist der größte Lohn, und das gelingt uns auch zu 99 Prozent.

Wollen Sie mit Ihren Auftritten für das Thema Transsexualität oder Homosexualität sensibilisieren oder geht es um die Show?

Es geht hauptsächlich um die Show, denn Travestie hat ja mit Transsexualität oder Homosexualität nichts zu tun. Ich habe Kollegen, die sind nicht homosexuell und haben Kinder – Travestie heißt einfach nur „Verkleidung“.

Kann sich Lutz mit Fräulein Luise identifizieren?

Nein, gar nicht. Lutz ist eigentlich ein ganz ruhiger Typ, der sehr in sich gekehrt ist – und sobald die Maske da ist, ist Luise rotzfrech. Da gibt’s Sachen, die würde sich Lutz nie trauen, einfach mal so zu sagen.

Also konnten Sie Ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Das heißt, Sie kochen jetzt nicht mehr?

Ich koche schon noch manchmal, und zwar vor Wut oder auch mal zu Hause. Aber nicht mehr fürs Geld.


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„Zauber der Travestie“ im Theater Itzehoe am Freitag, 15. September, 19.30 Uhr. Karten auch im Ticket-
Center unserer Zeitung am Sandberg 18-20 in Itzehoe. Wir haben dreimal zwei Karten verlost. Gewonnen haben: Inke Steinhorst und Dieter Jan Krämer aus Itzehoe sowie Annemarie Oberpichler aus Wrist.

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