zur Navigation springen

ZWILLINGS-BOOM : Itzehoe: Baby-Glück im Doppelpack

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vier Zwillingspärchen wurden innerhalb einer Woche am Klinikum Itzehoe geboren. Zwei Kinder mussten aus Querlage geholt werden.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Rund 1400 Kinder kommen pro Jahr im Klinikum Itzehoe zur Welt – darunter etwa 60 Zwillingsgeburten. Alleine vier davon gab es nun innerhalb von einer Woche, vom 13. bis 18. Juli. Bei einem Zwillingspärchen handelte es sich um eine Frühgeburt, für die anderen drei und ihre Eltern ist inzwischen in den heimischen vier Wänden ein wenig Alltag eingekehrt. Gestern kamen sie im Klinikum zu einem kleinen Zwillingstreffen zusammen.

„Das ist schon eine Häufung“, stellte Dr. Uwe Heilenkötter, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, beim Blick in die Runde fest. Doch nicht nur die Anzahl ist besonders. Bei zwei Geburten gab es zudem eine medizinische Herausforderung: „Das zweite Kind hat jeweils in Querlage gelegen.“ Das kommt nur in etwa fünf Prozent der Geburten vor. Um das Kind ans Licht der Welt zu holen, musste die so genannte „innere Wendung“ praktiziert werden. Bei dieser Methode, auch Zweifingerwendung genannt greift der Arzt mit einer Hand in die Gebärmutter und fasst einen Fuß des Babys, an dem er zieht, während die andere Hand das Wendungsmanöver von außen durch die Bauchdecke unterstützt. Die Methode ist nur beim zweiten Zwilling erlaubt, weil nur dann der Platz dafür da ist.

Diese Methode werde kaum noch angewendet – statt dessen werde meist ein Kaiserschnitt gewählt, erklärt Heilenkötter. Weil die Hemmschwelle, ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen, deutlich gesunken sei, gehe das Wissen um die innere Wendung verloren, bedauert er. Wenn sie mit Erfahrung angewendet werde, berge sie keine Risiken. „Ich mache es nur, wenn ich sicher bin, dass es funktioniert. Und ich wusste ja vorher, wie groß die Kinder sind und wie sie liegen.“

Die beiden Mütter, die jetzt in Itzehoe betroffen waren, sind dankbar, dass ihre Kinder auf diese Weise und nicht per Kaiserschnitt geboren wurden – so, wie von allen der Zwillingseltern die Betreuung im Klinikum gelobt wird. „Wir fühlten uns hier immer gut aufgehoben und konnten jederzeit kommen“, sagt Miriam Dreeßen aus Friedrichskoog, die auch vor dreieinhalb Jahren schon ihre Tochter in Itzehoe zur Welt brachte. Die Geburt von Lenny und Nick sei „ratzfatz“ gegangen. Zweieinhalb Stunden dauerte es im Kreißsaal, die Brüder kamen im Abstand von zehn Minuten. Seitdem schlagen sich die Eltern manche Nacht um die Ohren – „aber die Freude darüber dass alles gut gegangen ist, überwiegt“. Und an den ersten Schock vor einigen Monaten, als klar war, dass es Zwillinge werden, denkt ohnehin längst keiner mehr. „Das plant ja keiner“, meint Patrick Dreeßen. Man wünsche sich ein zweites Kind – und bekomme gleich noch ein drittes dazu. Doch nach zwei Tagen, in denen man das sacken lassen musste, habe sich die kleine Familie „nur noch gefreut“.

Auch Christine und Stefan Kruse samt Tochter Ida Marie aus Münsterdorf sind glücklich mit dem Familienzuwachs Lasse Bo und Mats Frederik, die im Abstand von zwölf Minuten zur Welt kamen – auch wenn es „natürlich schon eine andere Nummer“ sei, zwei Babys gleichzeitig versorgen zu müssen. „Aber beide sind sehr ruhig“, freut sich Christine Kruse. Die große Schwester Ida Marie schiebt schon stolz den Kinderwagen. Und ein größeres Auto wurde auch angeschafft, um alle gemeinsam transportieren zu können.

Jessica und Manuel Trilcke aus Nienborstel bei Hohenwestedt dagegen geben zu, dass sie sich noch nicht ganz an den neuen Rhythmus gewöhnt haben. „Aber es wird langsam.“ Und immerhin sind Lars und Mattis echte Weltmeister-Kinder: Obwohl es fast eine Stunde dauerte, bis nach Lars auch Mattis auf der Welt war, war das Timing für Papa Manuel perfekt: „Eine halbe Stunde vor dem Endspiel waren wir auf dem Zimmer.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen