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Aufreger : Itzehoe: Ärger um Müll im Lehmwohld

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anwohner regen sich über Verschmutzungen im Itzehoer Lehmwohld auf, ebenso der Stadtförster: „In keinem anderen Wald ist es so schlimm.“

Papier, Plastik, Restmüll, Glas. Jedes Kind weiß, dass solcher Abfall in die entsprechende Mülltonne oder zumindest in den nächsten Papierkorb gehört. Doch ein Spaziergang durch den Lehmwohld lässt erkennen: Nicht jeder entsorgt seinen Müll dort, wo er hingehört. Achtlos weggeworfene Flaschen, herumfliegendes Papier und leere Verpackungen sorgen für Ärger bei Forstwirten, Passanten und Hundehaltern.

So auch bei Sandro Forni. Der Itzehoer, der in der Nähe des Ostlandplatzes wohnt, besucht das städtische Gelände täglich mit seiner Hündin Luna. Der Zustand des Waldes sei „miserabel“, so Forni. Besonders die herumliegenden Glasflaschen – im Unterholz, zerschlagen an Bäumen und auf dem Wegen – stören ihn. Zeitweise ziehe er sogar selbst zum Müllsammeln los. Erst kürzlich verletzte sich seine zweijährige amerikanische Bulldogge an der Pfote, als sie in Scherben trat. „Auch für Kinder kann das wirklich gefährlich werden“, so der Vater einer Tochter. Aber auch sonstigen Müll in den Wald zu werfen „gehört sich einfach nicht“, sagt Forni.

Gleicher Meinung ist Anwohner Uwe Hahn, der – ebenfalls mit Hund – regelmäßig den Wald durchquert. Auch Schüler ließen hier seiner Meinung nach oft ihr Snack-Papier fallen.

Diplom-Forstingenieur Torsten Wismar, zuständig für die Itzehoer Wälder, weiß um die Situation des Lehmwohlds – und ist empört: „Müll hat im Wald überhaupt nichts zu suchen!“ Jedoch ist er machtlos, denn die Arbeitskapazitäten seines dreiköpfigen Teams reichen nicht aus, „um dort jeden zweiten Tag den Dreck wegzumachen. Der Lehmwohld wird immer schmutzig und vermüllt sein, denn wir kommen gar nicht gegenan“, so Wismar. Das größte Problem seien „die Saufgelage gewisser Gruppen“, die nicht nur ihren Müll im Wald hinterlassen, sondern im betrunkenen Zustand auch Passanten und Forstarbeiter bepöbeln. Aufgestellte Papierkörbe und Bänke mussten wieder entfernt werden, nachdem sie Vandalismus zum Opfer gefallen waren. In keinem anderen Waldgebiet sei die Situation so schlimm wie im Lehmwohld.

„Wir zahlen alle unsere Steuern. Da sollte man doch erwarten können, dass die öffentlichen Wälder begehbar sind“, beklagt Forni. Zwar sehe er regelmäßig Mitarbeiter des Ordnungsdienstes durch den Lehmwohld streifen, jedoch seien diese, so Forni, nicht auf der Jagd nach Müllsündern, sondern nach unangeleinten Hunden. Diesen Vorwurf weist Mathias Siebenborn, Leiter der Ordnungsabteilung der Stadt, zurück: Anleinkontrollen würden im gesamten städtischen Waldgebiet nur unregelmäßig vorgenommen und seien „kein Kontrollschwerpunkt“. Insbesondere im Lehmwohld sei ihm aus den vergangenen Jahren keine einzige angezeigte Ordnungswidrigkeit dieser Art bekannt, es sei lediglich zu Belehrungen und mündlichen Verwarnungen gekommen.

Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste, betont: „Wenn dort Müll in einem nennenswerten Umfang liegt, wird man ihn entfernen müssen.“ Siebenborn hätte sich gewünscht, dass Forni sich mit seinem Anliegen direkt an die Stadt wendet. „Es ist immer sinnvoll, so etwas hier anzuzeigen.“ Dann werde der Unrat „taggleich“ entfernt.

Abfall – auch Gartenmüll, Möbel und Schrott – im Wald zu entsorgen, ist eine Ordnungswidrigkeit. Werden Müllsünder ertappt oder von Zeugen benannt, droht nach den Aussagen aus der Stadtverwaltung eine Geldbuße, die sich nach dem Bußgeldkatalog, der Müll-Menge und der Häufigkeit der Tat richtet.

Itzehoe 

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erstellt am 21.Jan.2014 | 05:00 Uhr

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