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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 23:55 Uhr

Schützen : Investitionsstau bei Bürgergilde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Wilsteraner Traditionsverein steht vor finanziellen Herausforderungen. Ein Büchsenmacher soll eine neue Königs-Armbrust bauen.

Eine defekte Schweizer Präzisionsarmbrust, eine marode Armbrust für das Königsschießen auf den hölzernen Adler, eine sich allmählich auflösende Gildefahne und die Anschaffung sogenannter „Hirschfänger“, wie sie die Fahnenschwenker für das Zerteilen der in die Luft geschleuderten Zitronen verwenden – all dieses sind Punkte, die den Haushalt der Bürger-Schützen-Gilde in den nächsten Monaten und Jahren belasten werden. Das wurde auf der Generalen Zusammenkunft in der Colosseum-Veranda bekannt, die vom Gildeschreiber und amtierenden Gildehauptmann Jürgen Pruter geleitet wurde.

Gleichwohl: Eine große finanzielle Last wurde der traditionsreichen Gilde abgenommen. Die Familie Martens hat nicht nur 3800 Euro aus den Spenden anlässlich des Todes von Gildeschreiber Gerd Martens für die Schweizer Armbrust gespendet, sondern diesen Betrag jetzt noch einmal aufgestockt. Damit sind die Gesamtkosten von rund 5500 Euro abgedeckt.

2000 Euro, die in einer Rücklage angespart wurden, sollen für die Ersatzbeschaffung der Königs-Armbrust verwendet werden. Die Instandsetzung der alten Armbrust hat sich nach Aussage von Gildebruder Mark Dethlefs als „sehr schwierig“ erwiesen. Dann sei man auf einen Büchsenmacher aus Neumünster gestoßen, der eine Armbrust bauen will, die den Sicherheitsvorschriften entspricht. „Wir hoffen, diese neue Armbrust schon in diesem Jahr einsetzen zu können“, zeigte sich Dethlefs zuversichtlich.

Nicht finanziell, sondern mit Eigenleistungen wollen sich nach einstimmigem Beschluss die Gildebrüder an der Sanierung des Pistolenstandes des Schützenvereins beteiligen. Dieser wird vorrangig von der Bürgergilde für das Schießen mit der Schweizer Armbrust verwendet. Gildehauptmann Jürgen Pruter wurde gebeten, Gespräche mit dem Schützenverein zu führen.

Schießwart Gerhard Voß sorgte sich um zunehmende Auflagen für das Schießen mit der Armbrust. Diese Auflagen gefährdeten den Fortbestand des Gildelebens, warnte der Schießwart und rief die Gildebrüder auf: „Passt auf und wehrt euch!“

„Die Fahnenschwenker sind topfit“, bestätigte deren Obmann Thorge Schöne. Er teilte mit, dass die Gruppe um zwei Neulinge verstärkt worden sei. Sie sollen in die bestehende dreiköpfige Gruppe integriert werden. Das bedeute aber auch, dass für sie Schwenkerfahnen und Hirschfänger angeschafft werden müssen.

In der Vergangenheit sind für verstorbene Gildebrüder auf dem Friedhof junge Bäume gepflanzt worden. Jetzt wurde an geeigneter Stelle der Friedhofsanlage eine Sechseckbank aufgestellt, auf der Messingschilde mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden sollen. „Für weitere Bäume ist kein Platz mehr“, sagte Pruter.

Aktuell gedachte die Generale Zusammenkunft der beiden verstorbenen Gildebrüder Peter Reese und Reinhold Hoyer. Nach der Aufnahme der neuen Mitglieder Mario Mehrens, Hans-Reimer Thießen, Kay-Uwe Kaspereit und Tobias Berner zählt die Gilde jetzt 106 Mitglieder, darunter 25 Ehrenmitglieder.

„Wir sind für die Zukunft gut gerüstet“, sagte der Gildehauptmann. 31 Gildebrüder werden vom 12. bis 14. März an einer Berlin-Reise teilnehmen. Dabei soll nicht nur der Bundestag, sondern auch der in Berlin lebende Gildekönig Klaus-Georg Brandt besucht werden.

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