Interessanter Dienst an Bord : Intensive Gespräche mit Seefahrern

Dylan Meier, Pauline Frick und Alwy Kopischke engagieren sich bei der Seemannsmission
Dylan Meier, Pauline Frick und Alwy Kopischke engagieren sich bei der Seemannsmission

Pauline Frick und Alwy Kopischke absolvieren ihr soziales Jahr in der Brunsbütteler Seemannsmission, Dylan Meier sammelt als Praktikant Erfahrungen.

shz.de von
24. März 2014, 05:00 Uhr

Pauline Frick und Alwy Kopischke sind die derzeitigen und auch die letzten FSJ-ler in der Seemannsmission Brunsbüttel. Seit August absolvieren die beiden jungen Frauen ihren freiwilligen Dienst im Seefahrer-Club in der Kanalstraße und haben Spaß an ihrem Job. Dabei hatte Pauline Frick zunächst gar keine richtige Vorstellung von ihrem Arbeitsplatz während des sozialen Jahres. Sie stammt aus Rutesheim in Baden-Württemberg und kam auf dem Kirchentag in Hamburg mit Seemannsdiakonin Maike Puchert am Stand der Deutschen Seemannsmission ins Gespräch. Bei Alwy Kopischke aus Itzehoe lief es ähnlich ab. Sie hörte von einer ehemaligen FSJ-lerin von dem Freiwilligen Sozialen Jahr und bewarb sich daraufhin. „Frauen an Bord sind immer etwas Besonderes“, erzählen die beiden Frauen von ihren ersten Erfahrungen bei Schiffsbesuchen. Die meisten Seeleute kommen von den Philippinen und behandeln die beiden 19-Jährigen sehr zuvorkommend. „Das sind spannende Begegnungen, wenn wir mit unserer hellen Haut an Bord kommen“, berichtet die blonde Alwy. „Die sind sehr nett ohne aufdringlich zu sein.“

Seit Januar gehört auch Dylan Meier aus Paulpietersburg zum DSM-Team. Der 18-jährige Südafrikaner aus der Nähe von Johannesburg wollte eigentlich studieren, wusste aber noch nicht wirklich, welche Richtung er einschlagen sollte. Durch einen Besuch seines Onkels, Seemannsdiakon Leon Meier, wurde er auf die Arbeit in der Seemannsmission aufmerksam. In Südafrika dauert das Schuljahr bis zum Dezember, so dass der junge Mann erst jetzt als Jahrespraktikant nach Brunsbüttel kam. Und auch wenn er sich mit dem Temperaturunterschied nicht ganz anfreunden kann, gefällt ihm die Arbeit in Brunsbüttel. „Ich kriege schnell Kontakt zu den Matrosen an Bord, denn ich bin genauso Ausländer wie sie“, sagt Dylan Meier. Durch die schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Itzehoe teilt auch Alwy Kopischke in gewissem Sinne das Los ihrer Mitstreiter. Alle vermissen den engen Kontakt zu ihren Familien und Freunden, auch wenn sie telefonieren können. „Die gemeinsamen Essen mit meiner Familie fehlen mir am meisten“, sagt Dylan Meier. Doch gerade durch diese Erfahrung finden die drei den Zugang zu den Seefahrern, die fern von zu Hause Heimweh haben. „Die drei kommen gut bei unseren Gästen an und bringen viel persönliches Engagement mit ein“, lobt Diakon Leon Meier seine Mitarbeiter. „Sie machen nicht nur ihren Dienst an Bord oder abends im Club“, erklärt der Stationsleiter weiter. Sie suchen von sich das direkte Gespräch mit den Seeleuten, spielen Billard oder singen beim beliebten Karaoke mit.

Das soziale Jahr wird vom Diakonischen Werk angeboten, 25 Seminartage gehören zur Ausbildung dazu. „Dabei treffen sich die FSJ-ler aus ganz Schleswig-Holstein, aber wir sind die einzigen von der Seemannsmission und so ist ein Austausch nicht wirklich möglich“, bedauern die beiden Frauen, die getrennt die Seminare besuchen. Während ihrer Ausbildung müssen die Sozialdienstler ein eigenes Projekt in ihrer Einrichtung gestalten. Alwy Kopischke und Pauline Frick wollen einen Öffentlichkeits-Flyer der DSM erarbeiten, um auf die Arbeit aufmerksam zu machen. Bei Dylan Meier als Praktikant läuft das Jahr etwas anders ab. „Dylan wird bis zum Jahresende andere Seminare besuchen“, erläutert Leon Meier.

Ab August übernimmt die Seemannsmission selber die Trägerschaft des sozialen Jahres und ist nicht mehr der Diakonie unterstellt. Dann gibt es auch bei der DSM den 2011 eingeführten Bundesfreiwilligendienst. „Dann sind wir selber für unsere Bufdis zuständig und werden versuchen, praxisnahes Training zu vermitteln.“ Meier plant eventuell Kanalfahrten, um das Arbeiten und die Betreuung an Bord hautnah zu erfahren.

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