Itzehoe : Intensiv gegen Infektionen

Baustellenbesichtigung von oben: Direktor Bernhard Ziegler, Gesundheitsminister Heiner Garg, Verbandsvorsteher Reinold Wenzlaff, Pflegedirektor Michael Müller und Ärztlicher Direktor Michael Kappus (v.l.) auf der Hubschrauberplattform des Klinikums.
Baustellenbesichtigung von oben: Direktor Bernhard Ziegler, Gesundheitsminister Heiner Garg, Verbandsvorsteher Reinold Wenzlaff, Pflegedirektor Michael Müller und Ärztlicher Direktor Michael Kappus (v.l.) auf der Hubschrauberplattform des Klinikums.

Neue und laufende Projekte am Klinikum: Gesundheitsminister Heiner Garg lobt „vorbildliche“ Arbeit.

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15. August 2018, 05:00 Uhr

Nachwuchs gewinnen. Dafür strebt das Klinikum Itzehoe eine Kooperation mit dem Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) an – und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sagte seine Unterstützung zu. Weiteres Thema seines Besuches gestern im Klinikum war ein neues Millionenprojekt: Die Infektionsstation soll im kommenden Jahr neu errichtet werden.

Das bisherige Provisorium in einem Container soll einem Neubau weichen, so Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler. Mit rund 40 Betten habe dieser doppelt so viel Platz wie die jetzige Station für Patienten, die beispielsweise wegen MRSA-Keimen eine spezielle Unterbringung brauchen. Hinzu kommt eine isolierte Einheit mit vier Betten für Menschen, die mit ihrer Krankheit – meist dreht es sich um Tuberkulose – eine Gefahr für andere sind, eine Isolation aber verweigern. Dann braucht es einen richterlichen Beschluss für die Einweisung. Landesweit gebe es jährlich zwei bis drei Mal einen solchen Fall, so Silke Seemann, Referatsleiterin im Gesundheitsministerium.

Die Station in Itzehoe werde als Modell für das Land gesehen, die Investitionssumme beträgt nach derzeitigem Stand 15 Millionen Euro. „Das ist auch Schutz für die Bevölkerung“, sagte Garg. Diese Aufgabe sei „nichts, worum sich die Häuser reißen“, deshalb sei er dem Klinikum dankbar. Reinhold Wenzlaff, Vorsteher des Klinik-Zweckverbandes, betonte: „Da die Zusammenarbeit mit dem Land außerordentlich gut ist, stellt man sich einer solchen Aufgabe.“ Diese sei für das Klinikum auch eine Auszeichnung.

Der limitierende Faktor bei der Versorgung sei in Zukunft vor allem das Personal, sagte Garg. Das neue Bildungszentrum am Klinikum soll im Oktober in Betrieb gehen, doch zunächst müssen junge Menschen für die Ausbildung gewonnen werden. „Wir müssen den Nachwuchs früher binden“, sagte Wenzlaff. Dafür will das Klinikum mit dem RBZ kooperieren, wo Wenzlaff selbst unterrichtet. Niedrigschwellige Angebote sollen das Interesse für Pflegeberufe wecken, das Gesundheits- und das Bildungsministerium sollen den Versuch begleiten.

„Vorbildlich“ bereite sich das Klinikum auf die Zukunft vor, lobte Garg. Dazu gehört auch die geplante Erweiterung der Notaufnahme: Diese solle möglichst mit einer Portalpraxis so organisiert werden, dass nur die Patienten im Klinikum landen, die die Behandlung dort brauchen, so der Ärztliche Direktor Michael Kappus. Einen Überblick über die Situation des Klinikums wollte sich Garg verschaffen. Und er stellte fest: „Auch Häuser in kommunaler Trägerschaft können exzellent funktionieren.“

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