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Kunsthandwerk : Inspiration durch Meisenknödeldeckel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vor zwei Jahren entdeckte Astrid Geruhn das Töpfern für sich. Inzwischen hat sie ihre Techniken verfeinert – und gibt selbst Kurse an der VHS.

Astrid Geruhn wurde von Meisenknödeldeckel zum Töpfern inspiriert. Das war vor zwei Jahren, mittlerweile ist sie über ihren ersten Töpferkurs selbst zur Dozentin geworden. „Ich sah auf einem Markt getöpferte Blütenblätter, die einen Meisenknödel beschirmten, fand das toll und wollte so etwas auch machen“, erzählt die Künstlerin. Sie besorgte sich Bücher übers Töpfern und erfuhr so, dass es viele Möglichkeiten der Tongestaltung gibt. „Meine Neugierde war geweckt und ich besuchte einen Töpferkurs an der Volkshochschule.“ Das Formen und Kreieren von Keramiken machte ihr Spaß, aber sie wollte mehr. Ein weiterer Töpferkursus, in dem mit Drehscheiben gearbeitet wurde, folgte.

Aber: „Ich muss immer wissen, wie etwas funktioniert“, sagt Geruhn. Sie befasste sich mit dem Thema Brennöfen und kaufte ein gebrauchtes Modell zum Experimentieren. Mit Büchern und in Gesprächen mit anderen Töpfern eignete sie sich Raku-, Rauch- und Kapselbrand-Techniken an. Beim Rakubrand wird die glasierte Keramik glühend heiß aus dem Ofen geholt und in einen Behälter mit brennbarem Material, zum Beispiel Späne, gelegt und nachgebrannt. Beim Rauchbrand werden die Keramiken mit brennbaren Materialien (Späne, Papier, Heu) in einer Tonne geschichtet, diese wird entzündet. In der abgedeckten Tonne wird die Scherbe, so der Fachausdruck für die Keramik, geräuchert und langsam abgekühlt. Beim Kapselbrand wird die Scherbe noch warm in einem geschlossenen Gefäß (Kapsel) im Ofen gebrannt. Dort herrschen bis zu 1000 Grad, ein Brennvorgang dauert etwa eineinhalb Stunden.

Astrid Geruhn versieht durch das Auftragen von verschiedenen Mitteln ihre Werke mit interessanten Mustern. Durch das Bestreichen mit Wachs oder dem Bewickeln mit dünnem Draht entstehen Linien oder kleine Unebenheiten, die jedes Stück einzigartig machen.

„Viele Ideen entwickeln sich während der Arbeit ganz anders, als ich zuerst vorhatte“, berichtet Astrid Geruhn. Sie holt sich ihre Anregungen aus der Natur oder auch von Ausstellungen und Messen. Durch einen Schmiedekurs, den sie besucht hat, kombiniert sie jetzt auch Metall mit Keramik und hat so wieder neue Impulse gefunden, mit denen sie experimentiert. „Leider ist das für die VHS-Kurse zu aufwändig“, bedauert die Dozentin. Während sie selbst Kursteilnehmerin war, suchte ihre Leiterin in Albersdorf eine Nachfolgerin und fand in Astrid Geruhn eine Kandidatin. Ende Oktober findet ihr nächster Wochenend-Workshop statt. Vorher stellt Astrid Geruhn aber in der erste Ferienwoche erstmalig beim Herbstmarkt in Molfsee aus. „Ich bin schon sehr gespannt, wie das läuft“, so die Künstlerin.

 

>Informationen zu ihren Keramik- und Schmiedearbeiten erteilt Astrid Geruhn unter 04825/1535.

 

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erstellt am 16.Okt.2014 | 17:15 Uhr

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