Azubiz : Innungsmeister vermisst die Lehrer

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Die Ausbildungsmesse „Azubiz“ geht mit einigen Neuerungen und 20 Ausstellern mehr in die nächste Runde – aber nur vier Steinburger Schulen wollten sich vorab informieren.

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21. Juli 2015, 12:18 Uhr

Jedes Jahr stellt sich Schulabgängern die gleiche Frage: Wie finde ich meinen Einstieg in den Beruf? Die alljährliche Berufausbildungsmesse „Azubiz“ soll ihnen eine Orientierung geben. In diesem Jahr fällt sie mit dem Tag des Handwerks zusammen. Passend werden am 18. September deshalb auch Berufe aus dem handwerklichen Bereich vorgestellt, gab Messe-Organisator Rainer Kattge (RBZ) während einer Informationsveranstaltung für Lehrer zu der Ausbildungsmesse bekannt. Insgesamt werden 89 Aussteller am Messe-Tag das Regionale Berufsbildungszentrum des Kreises Steinburg (RBZ) in Itzehoe mit ihren Ständen beleben. Fast 20 mehr als beim letzten Mal seien dabei, erzählte Rainer Kattge den wenigen Lehrern, die gekommen waren, um sich vorab zu informieren, wie die Messe in diesem Jahr ablaufen wird. Nur Vertreter von vier Schulen aus dem Kreis waren erschienen.

Einige Neuheiten wird es geben. Damit sich die Schüler auf dem großen, unübersichtlichen RBZ-Gelände besser orientieren können, bekommen alle Schulen vorab eine digitale Übersicht. Am Messetag selbst werden werden RBZ-Schüler in gelben Westen als so genannte Scouts die Besucher der Ausbildungsmesse auf der Suche nach bestimmten Betrieben unterstützen. Auf der neuen Messebroschüre wird außerdem auf der Titelseite ein sogenannter QR-Code aufgedruckt sein, den Schüler mit dem Smartphone einscannen können und damit direkt zum Onlineportal www.azubiz.info gelangen, wo sie sich zu einzelnen Berufen vor und nach den persönlichen Gesprächen vertiefend informieren können.

„Gern sollen die Schüler Kurzbewerbungen mitbringen. Die Unternehmen freuen sich über konkrete Fragestellungen“, rät Christel Butenschön, Lehrerin am RBZ. Sie hat von den Betrieben die Rückmeldung bekommen, dass die Gespräche mit den Schülern während der Messe umso besser verlaufen, je besser die Schüler vorbereitet sind. Auch rät sie dazu, den Kontakt auf Augenhöhe zu nutzen: „Lassen Sie ihre Schüler zu unseren Schülern gehen.“

Darüber hinaus sollen farbige Fähnchen an den Messeständen sichtbar machen, für welche Schulabschlüsse ein Betrieb Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Grün steht für den 1. Schulabschluss (ehemals Hauptschulreife), blau für die Mittlere Reife und rot für Abitur und Fachhochschulreife. „Für die Schüler ist das eine wunderbare Orientierung“, glaubt Kerstin Harms. Sie ist Beraterin für akademische Berufe Team U25 bei der Agentur für Arbeit in Itzehoe und hat in ihrer Beratungstätigkeit die Erfahrung gemacht, dass Ausbildungsberufe bei den Schulabgängern wieder verstärkt nachgefragt werden. Insofern wunderte sie sich, dass der Biz-Kalender unter Lehrern offenbar wenig Bekanntheit habe.

Dieser Kalender, der sowohl online als auch gedruckt für die Schulen im Kreis zur Verfügung steht, informiert über berufsbildende Veranstaltungen und Betriebsbesichtigungsangebote. Aufgrund der geringen Nachfrage, habe die Arbeitsagentur in diesem Halbjahr nur eine Handvoll Betriebsbesichtungen für Schüler anbieten können. „Wir hätten gerne mindestens sieben oder acht Schüler“, sagt Harms und regt an, den Biz-Kalender bei der Planung schulischer Nachmittagsangebote zu berücksichtigen. Bei der derzeit geringen Nachfrage sei es schon peinlich, bei Unternehmen anzufragen. Dass nur wenige Lehrer die Gelegenheit nutzten sich vorab über Azubiz zu informieren, ärgerte Kreishandwerksmeister und Obermeister der Metall-Innung Karlheinz Lappe. Besonders die Anwesenheit der Gymnasien hätte er sich gewünscht und fand deutliche Worte: „Die nicht anwesenden sollten sich schämen. Ihr Nichterscheinen deutet auf Desinteresse hin.“

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