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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 07:22 Uhr

Inklusion: Kitas wollen selbst entscheiden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Prominenter Besuch im DRK-Kindergarten. Gestern informierte sich Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) über das Modellprojekt „Inklusion in Kindertagesstätten“.

Im August 2016 wird die Hemmingstedter Kindertagesstätte 20 Jahre alt. Diese erfuhr 2013 die gebotene Aufwertung, indem eine neue Krippengruppe mit insgesamt zehn Plätzen für unter Dreijährige (U3) öffnete. Dass Jungen und Mädchen mit und ohne Einschränkungen von Anfang an gemeinsam betreut werden, ist gelebter Alltag. Inzwischen fühlen sich in der Einrichtung auch drei Flüchtlingskinder aus Afghanistan heimisch. Die Praxiserfahrung in der inklusiven Arbeit macht jedoch deutlich, dass es der Entwicklung der Kleinsten nicht dient, wenn das Land Größen und Zusammensetzung der Gruppen per Verordnung vorschreibt.

„Wir wollen uns noch stärker an den Bedürfnissen der Kinder orientieren“, erklärt Kita-Chefin Ute Barkow. „Es geht darum, jeden in seinen Stärken und Schwächen wahrzunehmen und wertzuschätzen.“ Dazu seien bessere Rahmenbedingungen nötig, die einem Kita-Träger mehr Eigenverantwortung bei der Gestaltung der Betreuung gewähren. Um diese Veränderungen auf den Weg zu bringen, sind sowohl eine Heilpädagogin als auch eine sozialpädagogische Assistentin zusätzlich eingestellt worden, mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde.

Die Vertreter der vorschulischen Inklusionspädagogik treten für das Recht aller Kinder ein, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen sowie ihrer Herkunft gemeinsam betreut zu werden. Dies soll in Hemmingstedt mit 90 Kindern in fünf Regelgruppen in einem dreijährigen Modellversuch umgesetzt werden. Vor allem der erleichterte Wechsel der Kinder zwischen den Lerngruppen soll mehr pädagogischen Handlungsspielraum bringen – dass war bisher mit bürokratischen Hürden verbunden. Die landesweit insgesamt vier Modellprojekte werden von der Europa-Universität Flensburg begleitet.

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