Info-Tafeln zeigen die Schätze und Geschichte der Stadt

Kleine Feierstunde an der Kreuzung: Vertreter der Stadt, des Heimatverbands und Nachkommen des ehemaligen Bürgermeisters Adolf Rohde kamen an der Ritterstraße/Ecke Breitenburger Straße zur Enthüllung der Tafel zusammen. Foto: Rother
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Kleine Feierstunde an der Kreuzung: Vertreter der Stadt, des Heimatverbands und Nachkommen des ehemaligen Bürgermeisters Adolf Rohde kamen an der Ritterstraße/Ecke Breitenburger Straße zur Enthüllung der Tafel zusammen. Foto: Rother

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29. März 2012, 07:06 Uhr

Itzehoe | Wer durch die Straßen der Stadt geht, ist sich der bewegten Vergangenheit nicht immer bewusst. An einigen Stellen werden die Spaziergänger, ob es nun Itzehoer oder Touristen sind, allerdings mit der Nase darauf gestoßen. Neuerdings auch an der Ritter straße/Ecke Breitenburger Straße. Dort ist gestern Vormittag eine Info-Tafel angebracht worden, die an Adolf Rohde erinnert.

Der letzte demokratisch gewählte Bürgermeister vor dem Zweiten Weltkrieg hatte im 1. Stock des Gebäudes Ritterstraße 31 seine Dienstwohnung. Im April 1933 war Rohde durch die Nationalsozialisten gewaltsam aus seinem Amt entfernt und zwangspensioniert worden. In seinen Dienstjahren hatte Rohde zahlreiche städtebauliche Projekte umgesetzt, an die Ingo Lafrentz vom Heimatverband erinnerte. So seien unter anderem die Entwicklung des Industrieviertels westlich der Dorfstraße mit neuer Gasanstalt, die Verlegung der Marschenbahn in Sude, der Ausbau des Dithmarscher Platzes, der Bau der Umgehungsstraße Langer Peter und der Ausbau des Plantschbeckens unter seiner Federführung entwickelt worden. Nach dem Krieg war Adolf Rohde noch als Oberkreisdirektor beziehungsweise Landrat tätig. Nach ihm wurde die Adolf-Rohde-Straße benannt.

Bürgervorsteher Heinz Köhnke lobte Rohde als Bürgermeister, der "die Stadt weiter gebracht" habe. Dem Heimatverband dankte Köhnke, dass Itzehoe durch die Info-Tafel wieder ein "Stück interessanter geworden ist". Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen sagte angesichts der Amtsenthebung durch die Nazis: "Wir müssen auch dafür sorgen, dass wir solche Bilder in unserer Stadt nie wieder sehen müssen." Die drei Enkelinnen von Adolf Rohde, die an der Enthüllung teilnahmen, dankten besonders dem Heimatverband, dass ihrem Großvater auf diesem Wege eine solche Ehre zuteil werde.

Bereits am Vortag hatten Lafrentz, Grafikdesigner Klaus Nütz, der die Tafeln gefertigt hatte, und Pastor Dr. Wolfgang Lau eine Info-Tafel an der St. Laurentii-Kirche enthüllt. Das ursprüngliche Schild war im vergangenen Jahr "abgefackelt" worden. "Wir haben die Gelegenheit genutzt, um das Design dem der anderen Tafel links neben der Tür anzupassen und den Text zu aktualisiseren", erklärte Lafrentz. Pastor Lau dankte und betonte, dass durch diese Information auch Itzehoer darauf hingewiesen würden, was für einen Schatz sie mitten in ihrer Stadt haben.

Inzwischen seien mehr als 200 Informationstafeln im gesamten Kreisgebiet aufgehängt worden, berichtete Hans Carstens, stellvertretender Vorsitzender des Heimatverbands. Etwa 20 Ergänzungstafeln seien zudem mit einem plattdeutschen Text versehen. "Aber wir wollen noch weitere Tafeln anbringen und sind für Anregungen immer dankbar."

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