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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 16:59 Uhr

„In unserer Stadt ist noch viel zu tun“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sein Ziel lautet Wiederwahl: Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck über die Herausforderungen seines Amtes

von
erstellt am 07.Jun.2016 | 00:00 Uhr

In gut einem halben Jahr, am 26. Februar 2017, ist Bürgermeisterwahl in der Schleusenstadt. Amtsinhaber Stefan Mohrdieck, im Februar 2011 mit deutlicher Mehrheit gegenüber seinen Mitbewerbern gewählt, hatte bereits beim diesjährigen Neujahrsempfang erklärt, er wolle wieder antreten. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich der 49-jährige Verwaltungsfachwirt über die Herausforderung an der Verwaltungsspitze eines Industriestandorts.

Zunächst einmal ist Brunsbüttel, gemessen an der Einwohnerzahl, eine normale Kleinstadt. Warum sind die Herausforderungen dennoch anders?
Mohrdieck: Es gibt zahlreiche Aufgaben und Themen, die sich aus der Eigenschaft als Wirtschaftsstandort ergeben, wie zum Beispiel Energiethemen, Verkehrsthemen aber auch der Brandschutz, sowie die Wirtschaftsförderung und der Tourismus.

Sie sind der Chef von insgesamt 200 Mitarbeitern. Wie halten Sie die Mannschaft mit ihren sehr unterschiedlichen Aufgaben zusammen?
Mit wachsender Anzahl und den vielen Teilbetrieben ist dies gar nicht so einfach. Mir ist wichtig, neue Mitarbeiter gleich zu Beginn kennen zu lernen. Die dezentrale Unterbringung bringt es jedoch mit sich, dass der Kontakt zu einigen Mitarbeitern leider nicht so intensiv ist. Wichtig ist auch die Auswahl der Führungskräfte und die Führungskultur. Regelmäßiger Informationsaustausch auf dieser Ebene ist hier erforderlich.

Ihr Job ist nicht von 8 bis 16 Uhr begrenzt, manchmal sind Sie auch an Wochenenden „im Einsatz“. Was sagt die Familie dazu?
Die Familie muss hier die meisten Einschränkungen ertragen. Ohne meine Frau, die sich neben ihrer eigenen Arbeit auch um die Arbeit im Haushalt und in der Familie kümmert, könnte ich dieses Amt nicht ausüben. Die Wochenenden sind dabei weniger schwierig als die tägliche Arbeitszeit, die nicht selten erst nach 21 Uhr endet.

Der Bürgermeister hat üblicherweise seinen Arbeitsplatz im Rathaus. Sie sind aber auch viel unterwegs, zuletzt vorige Woche nach Schweden. Ist das der besonderen Situation der Stadt geschuldet?
Wer als Bürgermeister nur im Büro bleibt, wird der Aufgabenstellung nicht gerecht. Die Zusammenarbeit auf allen Ebenen und mit zahlreichen Organisationen macht eine hohe Mobilität erforderlich. Das hängt natürlich wesentlich mit den Aufgaben in unserer Stadt zusammen.

Die ehrenamtlichen Ratsmitglieder sind auf eine fundierte Beratung durch die Verwaltung angewiesen. Wie schwierig ist es, da nicht selbst mal ein bisschen die Politik zu steuern?
Die Verwaltung bereitet die Beschlüsse der Politik vor, entweder aufgrund eines Beschlusses oder aufgrund von Aufgabenstellungen, die eine Beratung und Beschlussfassung in den politischen Gremien erforderlich macht. Es bleibt natürlich nicht aus, dass ich dabei auch meine eigene Auffassung zu einigen Themen einbringe. Das ist mal gewünscht und mal auch nicht. Hierbei die Balance zu finden, ist die Herausforderung, von Steuern der Politik würde ich da nicht sprechen.

Worauf blicken Sie seit dem Amtsantritt besonders gern zurück und worauf nur ungern?
Unangenehm empfand ich die Auseinandersetzungen um den Neubau der Gemeinschaftsschule. Gerne blicke ich zum Beispiel auf die zahlreichen Veranstaltungen zurück, wo ich mit den Bürgerinnen und Bürgern und den Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten konnte.

Sie wollen sich um eine zweite Amtszeit bemühen – was reizt Sie daran?
In unserer Stadt gibt es noch viel zu tun. Ich möchte mit meinen Erfahrungen und meinen Kenntnissen dazu beitragen, dass sich Brunsbüttel zu einer Stadt weiterentwickelt, in der sich die Menschen und die Unternehmen wohlfühlen. Das empfinde ich als sehr reizvoll und herausfordernd.

Wenn ein Bürgermeister zur Wiederwahl steht, gibt es selten Mitbewerber. Glauben Sie, das wird auch nächstes Jahr so sein?
Ich habe gerade in der letzten Zeit wahrgenommen, dass in anderen Städten sich durchaus mehrere Kandidaten beworben haben, wenn sich der Amtsinhaber zur Wiederwahl gestellt hat. Damit rechne ich auch bei uns in Brunsbüttel.

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