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Kriminalstatistik : In Steinburg lebt es sich sicher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Landkreis mit tiefstem Stand von Straftaten seit mehr als zehn Jahren. Dithmarschen verzeichnet leichten Anstieg der Kriminalität

Das in Teilen der Gesellschaft gestiegene Gefühl der Unsicherheit steht im Widerspruch zu dem, was die Polizei an belastbaren Zahlen vorweisen kann. Zumindest für die Kreise Steinburg und Dithmarschen zeigten sich die Verantwortlichen bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2015 zufrieden. Der Leiter der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe, Karsten Hübner, erklärte sogar: „Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist im Bereich der Polizeidirektion Itzehoe landesweit am geringsten.“ In Steinburg verzeichne man sogar den tiefsten Stand von Straftaten seit mehr als zehn Jahren.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten in Steinburg um 5,4 Prozent auf 7  380 Fälle. In Dithmarschen liegt diese Zahl weiterhin auf einem niedrigen Niveau, aber sie stieg entgegen dem Trend der Vorjahre um 2,17 Prozent auf 7  345 Fälle an. Für beide Kreise hielt sich die Aufklärungsquote über der 50-Prozent-Marke (53,8 Prozent in Steinburg, 50,1 Prozent in Dithmarschen). Der derzeitige Leiter der Polizeidirektion Kai Szimmuk sagte, „dass dies gerade vor dem Hintergrund der organisatorischen Veränderungen innerhalb der Behörde sehr erfreulich ist.“

Auffällig ist die Zahl der Wohnungseinbrüche. Während es landesweit in diesem Bereich einen Anstieg um mehr als zwölf Prozent gab, sanken die Zahlen für die Region der Unterelbe-Westküste: Für Steinburg registrierte die Polizei 278 Einbrüche (-102), für Dithmarschen 271 (-123). Einen Grund für diese Entwicklung konnte Karsten Hübner nicht nennen. Seine Vermutung geht in die Richtung, dass die Fluchtmöglichkeiten, beispielsweise über Autobahnen, im ländlich geprägten Raum nicht so gut sind wie in Ballungszentren. „Zudem glauben wir, dass die erhöhte Präsenz unserer Kräfte zu diesem Absinken beiträgt.“

Gegenläufig lesen sich die Fallzahlen für die Vermögens- und Fälschungsdelikte. Dem Minus in Steinburg um 125 Taten auf 1134 steht ein Plus in Dithmarschen entgegen. An der Westküste stieg diese Art der Delikte auf 1215 (+240). In beiden Kreisen wurde zu einem hohen Anteil das Internet als Tatmittel genutzt. „Daraus lässt sich sicherlich ein Trend für die Zukunft ablesen. Wir werden es mit der zunehmenden Digitalisierung auch vermehrt mit Delikten in diesem Bereich zu tun bekommen“, sagte Kai Szimmuck. Gerecht werden will die Polizei diesem Umstand mit einer eigenen Abteilung. Seit Sommer des vergangenen Jahres baut die Polizeidirektion Itzehoe das Kommissariat „Cyber Crime“ auf. Neun Mitarbeiter befassen sich seither um Fälle wie Computer-Sabotage, Datenveränderung und Angriffe auf Datensysteme.

„Keinen bedeutenden Kriminalitätszuwachs“ sieht Szimmuck mit Blick auf die gestiegenen Flüchtlingszahlen im vergangenen Jahr. „Straftaten durch Flüchtlinge passieren häufig untereinander. Bei der Enge in den Unterkünften verwundert das nicht“, erklärte er. Gleichwohl sei bei Sexualdelikten beziehungsweise -vergehen die Bereitschaft, die Polizei zu informieren gestiegen. 100 Fälle wurden 2015 dabei insgesamt in Steinburg (+17) zur Anzeige gebracht, 106 in Dithmarschen (+26).

Ein Zusammenhang mit der Vielzahl von Flüchtlingen lässt sich laut Karsten Hübner indes bei Ladendiebstählen herstellen. „Diese Verbindung sehen wir“, sagte er. Seine These wird durch die Zahlen unterstützt. In beiden Kreisen haben sich die Fälle von Ladendiebstahl mit Beteiligung von Ausländern im Vergleich zum Vorjahr beinahe verdoppelt.

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erstellt am 13.Mär.2016 | 06:07 Uhr

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