Bildung : In Oelixdorf sind alle Kinder begabt

Mathe, Musik, Malen und mehr (v.l.): Joshua (7), Samira (9) und Esben(8) von der Grundschule am  Störtal Oelixdorf freuen sich mit Schulleiterin Ilka Schack (hinten li.) und Lehrerin Karin Gerlach über die Zertifizierung als Schule inklusive Begabtenförderung.
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Mathe, Musik, Malen und mehr (v.l.): Joshua (7), Samira (9) und Esben(8) von der Grundschule am Störtal Oelixdorf freuen sich mit Schulleiterin Ilka Schack (hinten li.) und Lehrerin Karin Gerlach über die Zertifizierung als Schule inklusive Begabtenförderung.

Wie die Grundschule am Störtal als kreisweit einzige Schule die Auszeichnung für besondere Begabungsförderung bekam.

shz.de von
18. Juni 2014, 16:45 Uhr

Stolz hält Schulleiterin Ilka Schack ein Stück Papier in den Händen, ein Zertifikat: Als einzige Schule im Kreis Steinburg wurde die Grundschule am Störtal Oelixdorf als SHiB-Schule (Schleswig-Holstein inklusive Begabungsförderung) ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feier, bei der sich alle 13 ShiB-Schulen landesweit mit vielfältigen Projekten zum Thema präsentierten, wurde die Urkunde in Kiel an das Kollegium überreicht.

Doch hinter dem Stück Papier steckt jede Menge Arbeit. Vor mehr als zwei Jahren wurden Schack und ihre Kollegen auf das Projekt aufmerksam, als sie ursprünglich auf der Suche nach Ideen für schnellere Lerner waren. Unter dem Motto „Stärken stärken, Schwächen schwächen“ kam die Schule schließlich zu diesem Projekt für alle Schüler.

SHiB wurde vom Bildungsministerium ins Leben gerufen und dient der Begabungs- und Begabtenförderung. Mit zwei Projekten bewarb sich die Grundschule aus Oelixdorf: Zum einen rief sie das Forschende Lernen ins Leben, bei dem jeder Schüler aller Klassen für ein halbes Schuljahr zu einem Thema seiner Wahl forscht, den Verlauf dokumentiert und die Ergebnisse präsentiert. Philosophieren sowie Methodentraining sind Bestandteil dieses Projektes. Als zweites Projekt führte die Grundschule am Störtal einen Kindersprechtag ein. Jedes Kind hat – wie die Eltern beim Elternsprechtag – ein Mal im Jahr die Möglichkeit, allein mit seinem Lehrer über seine Stärken und Schwächen, Ziele und Unterstützungsbedarf zu sprechen.

Die Bewerbung in Kiel war erfolgreich, die Schule wurde angenommen. Es folgten zwei Jahre, in denen nicht nur die Projekte eingeführt wurden, sondern auch die Erarbeitung eines schulischen Konzeptes zur Begabtenförderung und die Verankerung dessen im Schulprogramm, halbjährliche Expertentagungen, die Ausbildung zur „schulischen Beratungslehrkraft Begabtenförderung“ für Ilka Schack und Karin Gerlach, Schulentwicklungstage zum Thema, Hospitationen an anderen Schulen und mehr erfolgte.

„Wir sind froh, dass wir das Zertifikat nach zwei Jahren harter Arbeit jetzt haben“, so Schulleiterin Ilka Schack. Gerade für ihre kleine Schule mit nur 85 Schülern und sechs Lehrkräften sei es ein großer Aufwand gewesen, aber das gesamte Kollegium habe die Mehrbelastung sehr gut mitgetragen. „Nun können wir gut damit weiterarbeiten“, so Schack.

Auch wenn das Projekt jetzt abgeschlossen ist, sei SHiB ein fester Bestandteil des Schulprogramms geworden und werde weitergeführt. „Alle Kinder sind begabt. Das ist unsere Haltung und dementsprechend unterrichten wir auch“, so Schack. Das Projekt habe Einfluss auf den gesamten Unterricht, so Schack, und jedes einzelne Kind profitiere davon. Denn „wenn ein Kind in einer Sache gut ist, hat das Einfluss auf die anderen Fächer.“ Mit gestärktem Selbstbewusstsein gingen die Schüler auch an Herausforderungen heran, so Schack.

Viele neue Ideen warten darauf, in die Tat umgesetzt zu werden: „Als nächstes wollen wir das große Thema Schüler- und Lehrerfeedback einführen“, so die Schulleiterin. Der naturwissenschaftliche Bereich solle weiter ausgebaut und Labore eingerichtet werden. Dafür seien bereits Ferngläser, finanziert durch die Bingo-Umweltlotterie, Lupen und ein Mikroskop vorhanden. Auch die Forscherbibliothek werde laufend aufgestockt. Erfolgreich lief auch der erste gemeinsame Kurs „Ökologie- und Umwelterziehung“ zwischen der 4. Klasse aus Oelixdorf und einem Oberstufenkurs der Kaiser-Karl-Schule. Das Konzept der Schülerpaten soll weiter ausgebaut werden.

Insgesamt habe sich die Teilnahme am SHiB-Projekt auch in Form von steigenden Schülerzahlen bemerkbar gemacht, zunehmend mehr Schüler von außerhalb wurden in Oelixdorf angemeldet.

Schack schaut positiv in die Zukunft: „Der Standort ist für die nächsten Jahre gesichert.“

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