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Reiseabenteuer : In 70 Tagen rund um die Weinwelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Uwe Drechsler und Kerstin Hansen-Drechsler aus Kremperheide besuchen in zehn Wochen 79 Winzer auf vier Kontinenten – dabei legten sie 34000 Flugmeilen und 8500 Autokilometer zurück.

Jules Verne stand Pate, als Uwe Drechsler und Kerstin Hansen-Drechsler die Idee kam. Er: gebürtiger Rheinland-Pfälzer zwischen Weinbergen aufgewachsen; sie: aus Norddeutschland und mit reichlich Abenteuerlust gesegnet. Inzwischen sind beide in Kremperheide gelandet und fühlen sich dort richtig wohl. Trotzdem machten sich die beiden jetzt zu einer aufregenden Reise rund um den Globus auf. „In 80 Tagen rund um die Weinwelt“ hieß das Motto der zehnwöchigen Tour – ein ehrgeiziges, abenteuerliches aber auch äußerst anstrengendes Vorhaben.

„Es ist eine Phase der beruflichen Neuorientierung und uns war sofort klar: wenn wir das jetzt nicht machen, wird das nie wieder was“, berichtet Drechsler. Deutschland und auch Europa hatte der Weinliebhaber bereits kulinarisch erschlossen – jetzt galt es, den Weinhorizont auch global zu erweitern. Und dabei Länder und Menschen kennen zu lernen.

Mit viel Unterstützung wurde die Reise akribisch geplant. Die Route stand jedoch relativ schnell fest: Die neue Weinwelt mit Kanada, den USA, Chile, Argentinien, Neuseeland, Australien und zum Abschluss Südafrika standen auf dem Reiseplan. „Durch den Abschluss in Afrika hatten wir weniger Probleme bei der Rückkehr, da es nur eine Stunde Zeitverschiebung gibt“, sagt Uwe Drechsler immer noch überwältigt von den vielen Eindrücken und Erfahrungen.

Zum Auftakt in Kanada, wo ursprünglich noch gar keine Verkostung – Kenner sprechen englisch von einem Tasting – stattfinden sollte, machten die beiden Kremperheider trotzdem spontan einen Abstecher in die Rebenwelt: In Richmond wurde die Lulu Island Winery besucht, bevor in Seattle die eigentliche Weingut-Tour begann. Und schon wurde Uwe Drechsler das erste Mal überrascht. Oregon hatte der Weinkenner bisher so nicht auf dem Zettel für außergewöhnliche Rebensäfte – und wurde eines besseren belehrt. Die zweite erstaunliche Erfahrung folgte kurz drauf in Kalifornien. „Wir probierten einen Rotwein, der eine deutlich rauchige Note hatte“, erinnert sich Kerstin Hansen-Drechsler. Den Besuchern sei dann erklärt worden, dass es sich um eine Traube handele, die bei starken Waldbrand gewachsen war. „Das war ein ganz besonderer Geschmack.“

Weiter ging es nach Santiago de Chile und dort wartete bereits das nächste eindrucksvolle Erlebnis. Beim Weingut Balduzzi, die italienischen Wurzeln sind am Namen noch deutlich erkennbar, sahen sie einen riesigen, aber total verformten Stahltank. „Das große Erdbeben hatte die gesamte Region 2010 heimgesucht und auch vor den Weingütern nicht Halt gemacht. 400  000 Liter bester Wein flossen damals die Straße hinab.“

Immer wieder trafen die beiden Kremperheider auch auf Deutsche oder zumindest Menschen mit deutscher Vergangenheit. So wie Gerti, ihre Landlady in Chile, die eine deutsche Schule besucht hatte. Und überall begegneten Uwe Drechsler und Kerstin Hansen-Drechsler offene, freundliche Menschen. „Es war so unkompliziert und alle waren hilfsbereit“, sagt Kestin Hansen-Drechsler. Und Uwe Drechsler fügt hinzu: „Es war immer eine gewisse Wertschätzung gegenüber Deutschland und den Deutschen zu spüren.“

Auch verlorenes Gepäck (Chile), gewöhnungsbedürftiger Linksverkehr (Neuseeland, Australien und Südafrika), verlassene Wege vorbei an Townships (Südafrika) und Favelas (Südamerika) und andere herausfordernde Erlebnisse konnten die faszinierende Eindrücke nicht in den Schatten stellen. Kleine, familiengeführte Wineries und große Weinweltkonzerne, atemberaubenden Natur und viele Geschichten von Land und Leuten haben die beiden Weltreisenden in Sachen Wein in zehn Wochen erlebt – und dabei sind mehrere tausend Fotos entstanden. Und auch was den Rebensaft angeht waren die Erfahrungen zwischen fruchtigem Zinfandel aus Nordamerika, feinem Carmenere in Chile, vollem Malbec aus Argentinien, rassigem Sauvignon Blanc aus Neuseeland, würzigem Shiraz aus Australien und elegantem Pinotage aus Südafrika ebenso eindrucksvoll wie vielfältig.

Jetzt sind Uwe Drechsler und Kerstin Hansen-Drechsler zurück in Kremperheide und ordnen Gedanken und Mitbringsel. Auch, wenn sie die Erlebnisse der Weinweltreise nicht missen möchten, sind sie doch froh, wieder zu Hause zu sein. Und beide sind sicher: Ihre Reise war mindestens so aufregend wie die 80-tägige Weltumrundung im Roman von Jules Verne.

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erstellt am 27.Nov.2015 | 17:50 Uhr

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