zur Navigation springen

Fleissiger Paddler : In 46 Jahren einmal um den Globus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

 Der Wilsteraner Reimer Demnick wurde vom Deutschen Kanu-Verband mit Globusabzeichen  ausgezeichnet.

Wer mit Reimer Demnick über Kajak fahren redet, erfährt viel über die Gewässer in aller Welt. Er war mit seinen Booten in heimischen Gefilden ebenso unterwegs, wie im Schärengarten von Schweden oder im Mittelmeer. Dort hat er die französische Küste sowie das Ionische Meer befahren. Eindrücke hat er von den finnischen Alandinseln mitgebracht oder von Wildgewässern, die er zwischen 1978 und 1986 in Deutschland, Norwegen, Frankreich, der Schweiz oder in Österreich befuhr. Lohn für seine unermüdliche Leistung ist das so genannte Globus-Abzeichen, das der Wilsteraner unlängst vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) verliehen bekam.

Dieses Abzeichen bekommen Kanu-Wandersportler, die eine Leistung von mehr als 40  000 Kilometer nachweisen können, also quasi einmal um die Erde gepaddelt sind. Überreicht wurde es während der jüngsten Jahresversammlung des Schleswig-Holsteinischen Kanu-Verbandes (LKV) in Plön. Die Gratulationen überbrachten Eckehard Schirmer, Ressortleiter Freizeitsport sowie Oliver Rausch, Referent für das Wanderfahrerabzeichen. Seit 1971 ist Reimer Demnick Mitglied in der Kanu-Gruppe Wilster. Seitdem hat der 59-Jährige viele Touren im Wander- oder Wildwasserboot zurückgelegt. Nachgewiesen sind die einzelnen Aktivitäten mit eben dieser Gesamtlänge von mehr als 40  000 Kilometern in 14 jeweils 40-seitigen Fahrtenbüchern, die Demnick dem Kanuverband vorgelegt hatte.

Unvergessen sind für ihn die Erlebnisse, die er 2010 bei seiner Umrundung von Mallorca oder bei seinem Aufenthalt 2005 vor dem kanadischen Vancouver im pazifischen Ozean machte. „Zusammen mit Ulrich Bruhn aus Wilster und Helmut Krause aus Berlin haben wir dort eine Woche lang eine Küstenfahrt gemacht, bei der wir auch Orcas in der Bucht von Flores Islands beobachten wollten. Zu sehen bekamen wir stattdessen aber in der Ahous Bay von Vargas Island viele Grauwale.“

Trotz aller Begeisterung für die Ferne: Der Kanute hat viel übrig für die Flüsse und Großgewässer, die schneller zu erreichen sind: „Mein Lieblingsgewässer liegt vor der Tür, es ist die Elbe. In ihrer Abwechslung ist sie nicht zu überbieten.“ Es gebe alles: „Strömung, große Pötte, Fähren, tolle Strände, die Insel Pagensand und den Hamburger Hafen.“ Befahren hat er den Strom vielfach. Im Jahre 2007 von Schmilka an der tschechischen Grenze bis nach Wilster. Die Tour habe er allein bewältigt: „Ich fand keinen anderen, der mitmachen wollte.“ Zuhause ist er aber auch im Bereich der Ost- und Nordsee. Zwar seien die Ostfriesischen Inseln „wegen der Strömungsverhältnisse“ schwer zu befahren, dafür lohne sich aber die Fahrt, „allein schon wegen der Seehunde, die sehr neugierig sind und viel Spaß machen“. Sein nachhaltigstes Erlebnis auf der Nordsee hatte Reimer nordwestlich von Neuwerk: „Dort liegen die Wracks des 1962 auf Grund gelaufenen Frachters Fides und der ein Jahr zuvor gestrandeten Ondo.“

Zum Paddeln gekommen ist Reimer Demnick, weil ihn Kniebeschwerden hinderten, weiter Fußball zu spielen. Doch weil er unbedingt am sportlichen Ausgleich festhalten wollte und sein Bruder Rüdiger schon Paddler war, tauschte er den Ball gegen das Boot. Waren zunächst Wanderfahrten auf Flüssen in flacherem Terrain oder auf Großgewässern sein Ziel, änderte sich das ab 1978 ganz beträchtlich. Auf der Ilz bei Passau führten ihn Freunde aus Wolfsburg in das Wildwasser fahren ein. „Ich leckte Blut und fuhr vorrangig auf Wildwasserstrecken der Oberen Isar Loisach, Ruhr und Oker oder im Ausland.“ In punkto Sicherheit auf dem Wasser habe er in der Zeit sehr viel gelernt. „Davon zehre ich heute noch“, bekräftigt Demnick, der sich die konditionellen Fähigkeiten für das Wildwasser fahren auf der Elbe erarbeitet hat. „Dort wird der Körper sehr stark gefordert.“ Auch nach 46 Jahren Paddelsport ziehen ihn nahe und ferne Ziele immer noch an.

Für dieses Jahr plant er Fahrten auf der Mecklenburgischen Seenplatte und im Mittelmeer eine Umrundung von Korsika. Dazu möchte er im Mai den Wesermarathon nutzen, um von Hannoversch-Münden aus nach Wilster zu paddeln. Und seine Wunschliste ist noch lang: Sardinien, die Lofoten und Helgoland sind ebenso Ziele wie Rügen. Die größte deutsche Ostseeinsel hat er nämlich noch nicht umrundet: „Die fehlt mir noch.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen