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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 17:37 Uhr

In 20 Jahren immer jung geblieben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kinder- und Jugendparlament feiert Geburtstag / An vielen Problemen und Themen hat sich seit der Gründung wenig geändert

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 17:08 Uhr

Als 1997 in Wilster das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) aus der Taufe gehoben wurde, war das Gros der heutigen Mitglieder noch nicht einmal geboren. Weil Vereine, Verbände und Institutionen aber stetig für personellen Nachwuchs sorgen, ist die Interessenvertretung der Wilsteraner Jugend in den 20 Jahren eigentlich auch gar nicht älter geworden. In jedem Fall, so das Ergebnis der jüngsten Sitzung, soll das Jubiläum im nächsten Jahr gebührend gefeiert werden.

„Wir sollten die ehemaligen Mitglieder dazu holen und im Sommer vielleicht eine Kanutour mit Picknick machen“, regte Tjara Rogge an, die wieder die Gesprächsleitung im Spiegelsaal des Neuen Rathauses hatte. „Mit Christa Starke als Festrednerin“, warf Horst Langer als einer der Vertreter aus dem Sozialausschuss ein. Die Mitglieder dieses Gremiums waren wieder fast komplett vertreten. Christa Starke hatte in dieser Eigenschaft vor 20 Jahren das Kinder- und Jugendparlament mit begründet. Zuletzt leitete Maren Hayenga die Gruppe, im neuen Jahr wird SPD-Nachrücker Carsten Schröder als neuer Ausschuss-Vorsitzender diese Aufgabe übernehmen. „Mit Kaffee und Kuchen, das kriegen wir auch hin. Es muss ja nicht viel Geld kosten“, machte Dörthe Urlaub das Jubiläumsfest komplett.

Die unkomplizierte Planung ist ein Markenzeichen der Wilsteraner Jugendvertretung. Sitzungen gehen fast immer zügig über die Bühne – was von den Mitgliedern offensichtlich auch als wohltuend empfunden wird. So wurde von einem Austausch mit dem Jugendparlament in Itzehoe berichtet. „Das war dort sehr anstrengend“, stellte Tjara Rogge in einem kurzen Resümee fest. „Sehr zeitaufwendig. Wir könnten das so nicht“, stellte auch Henri Horstmann trocken fest. Die Sitzung in Itzehoe habe zweieinhalb Stunden gedauert. „Die Mitglieder dort sind sehr engagiert, aber unorganisiert“, so Horstmann.

In der Kreisstadt war es um die Frage gegangen, ob auch Wilster sich an einer geplanten Aktion gegen rechts beteiligt. „Das wäre für uns zu groß gewesen. Und wir wären damit überall im Internet herumgegeistert“, begründete Tjara Rogge die Zurückhaltung aus der Marsch. Ein entscheidender Punkt war allerdings auch, dass dem Nachwuchsparlament in Wilster im Unterschied zu Itzehoe auch Kinder angehören.

Horst Langer zeigte sich zufrieden mit dem gänzlichen Verzicht auf politischen Aktionismus: „Es hat wohl auch Sinn, wenn sich das Kinder- und Jugendparlament nicht mit allgemeiner Politik beschäftigt. Da kommen nur die Emotionen hoch.“ Auch setze die Gemeindeordnung hier klare Grenzen. Inhaltlich hakten die Wilsteraner das Thema dann ab, obwohl mit Interesse registriert wurde, dass die Itzehoer offenbar über eine bessere finanzielle Ausstattung verfügen. „Die haben so viel Geld, dass sie jetzt Pullover und Anstecknadeln bestellt haben“, stellte Tjara Rogge fest. Und: Während der Versammlung standen sogar Getränke auf dem Tisch.

Dafür machen die Wilsteraner auf anderer Ebene Eindruck. Maren Hayenga berichtete nach einem Besuch des Landtags von einem großen Lob des Abgeordneten Bernd Voß, weil die jungen Besucher gut vorbereitet gewesen seien und eine rege Diskussion geführt hätten. Das sei längst nicht immer so.

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