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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 00:51 Uhr

Itzehoe : Immer wieder Fehlalarm im Heim

vom

Feuerwehr musste in diesem Jahr schon 20 Mal zum Haus an der Stör ausrücken / Jetzt werden die Rauchmelder erneuert

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 07:53 Uhr

itzehoe | BMA. Drei Buchstaben, die die Mitglieder der Itzehoer Feuerwehr von der Arbeit weg reißen, aus der Freizeit oder gar aus dem Bett. BMA steht für Brandmeldeanlage, und wenn der Alarm kommt, dann müssen die Helfer dorthin eilen. Ärgerlich, wenn es dann nur ein technischer Defekt war. Mehr als ärgerlich, wenn es ständig vorkommt. 20 Mal war die Feuerwehr in diesem Jahr schon im Seniorenzentrum Haus an der Stör. Nur einmal gab es etwas zu löschen. Jetzt wird reagiert.

In dieser Woche war besonders viel los. Gestern Nachmittag, Mittwoch, Dienstag waren es sogar zwei direkt aufeinander folgende Alarme. Jeden einzelnen muss die Feuerwehr ernst nehmen, wie Wehrführer Peter Happe betont: "Wir dürfen uns davon nicht einlullen lassen, das kann man sich nicht leisten." Denn wehe, wenn es wirklich brennt im Seniorenheim. Jedes Mal rückt die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen und rund 20 Einsatzkräften an. In einem Fall in diesem Jahr hatte eine Bewohnerin Handtücher angesteckt, ansonsten aber gab es für die Feuerwehr nichts zu tun. "Ziemlich angesäuert" sei dann die Reaktion der Kameraden, schildert Happe. "Einige mehr, andere weniger."

Meist seien technische Fehler in Rauchmeldern die Ursache gewesen, so der Wehrführer. Deren Zustand stuft er als "äußerst bedenklich" ein: "Die haben keinen besonders guten Eindruck bei uns hinterlassen." Auch großzügiges Benutzen eines Deo-Sprays war als Auslöser vertreten, hinzu kam immer wieder Rauchen, ob auf dem Zimmer oder im Raucherraum: "Als einer die Tür aufgemacht hat, hat der Melder auf dem Flur ausgelöst", schildert Happe. Obwohl es seit Jahresbeginn ständig Fehlalarm gab und mit der Heimaufsicht gedroht wurde, habe sich nichts getan.

Dabei sind die Einsätze nicht billig, denn diese Fälle können nach der Satzung dem Verursacher in Rechnung gestellt werden. Je nach Fahrzeug- und Personalstärke seien 300 bis 600 Euro fällig geworden, sagt Mandy Zinke vom Amt für Bürgerdienste. "Da sind anscheinend ein paar organisatorische Probleme." Nachdem Feuerwehrmann Andreas Hüser die Vorfälle als CDU-Vertreter im Bauausschuss angesprochen hatte, hat inzwischen auch die Bauaufsicht der Stadt Druck ausgeübt. Das Rauchen im Seniorenzentrum hat ebenfalls Folgen wegen Verstoßes gegen das Nichtraucherschutzgesetz: "Im Heim besteht grundsätzlich Rauchverbot", sagt Mandy Zinke, räumt aber ein: "Es ist schwer für die Heimleitung, das alles zu kontrollieren."

In der Tat sei dies schwierig, erklärt auch Einrichtungsleiterin Gülhayat Dilgin-Kosar. Dass es nach der langen Serie von Fehlalarmen Ärger und Unannehmlichkeiten gibt, könne sie verstehen: "Das geht ja so nicht." Die Melder seien überprüft, zwei von ihnen erneuert worden. Ab dem kommenden Mittwoch würden nun alle Rauchmelder gegen höherwertige Mehrkriterien-Geräte getauscht, die mehr Schutz vor Fehlalarmierungen bieten sollen. In den drei Räumen, die am häufigsten betroffen gewesen seien, werde zudem ein System mit zwei Meldern installiert, die beide anschlagen müssen, bevor die Wehr gerufen wird. Ist dann Ruhe? "Ich hoffe es", so die Leiterin. "Ich bin auch schon tierisch genervt."

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