Müllabfuhr : Immer mehr säumige Zahler

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3000 Mahnungen verschickte der Kreis Steinburg zum Jahreswechsel. Ärger gab es aber auch wegen Umstellungen bei den Einzugsermächtigungen.

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20. März 2014, 16:34 Uhr

Bei der Müllabfuhr hat es der Kreis Steinburg hat immer häufiger mit säumigen Gebührenzahlern zu tun. Der langjährige Leiter der Abfallwirtschaft und jetzige Chef des Kreisordnungsamtes, Dieter Pape, schätzt, dass über den Jahreswechsel rund 3000 Mahnungen herausgeschickt werden mussten. „Die Zahlungsmoral nimmt ab“, stellt er auf Nachfrage unserer Zeitung trocken fest. Bleibt der Bürger die Gebühren ganz schuldig, wird ihm notfalls auch die Mülltonne entzogen. Betroffene müssen sich dann schwarze Säcke kaufen. Die Pflicht zur Zahlung einer Grundgebühr aber bleibt weiter bestehen.

Normalerweise kalkuliert der Kreis Jahr für Jahr mit rund 1500 Fällen, in denen Mahnungen herausgehen oder die Forderungen mangels finanzieller Masse auch schon mal in den Wind geschrieben werden. Diesmal hatte es allerdings die doppelte Menge an „blauen Briefen“ gegeben. Pape erklärt das mit den Umstellungen bei den Einzugsermächtigungen auf das SEPA-System. Das Problem: In den alten Datenbeständen hatte es unterschiedliche Formen des Einzugs gegegen. Mal gab es mündliche, mal schriftliche Einzugsermächtigungen, dann wieder alte Datensätze, die der Kreis von den Ämtern übernommen hatte. Pape: „Bislang konnte der Kreis das alles recht bürgernah handhaben.“ Jetzt aber gebe „klare Vorgaben von den Geldinstituten und von der Kreiskasse“. Das heißt: Die Einzugsermächtigungen müssen mit allen Daten schriftlich vorliegen. Laut Pape waren die Bürger darüber auch frühzeitig und noch einmal mit den Jahresbescheiden informiert worden. Wer nicht reagierte oder sich kümmerte, musste mit einer Mahnung rechnen, weil die Gebühren schlichtweg nicht hätten eingezogen werden durften.

Das war auch einer Gebührenzahlerin aus Beidenfleth so gegangen. Was diese allerdings empört, ist der Umstand, dass der Kreis dann auch gleich mit einer Pfändung gedroht habe. Die fälligen Müllgebühren habe sie dann auch sofort bezahlt, nicht aber die in Rechnung gestellten 4,50 Euro für die Mahnung. Dieser Betrag sei ihr dann aber zum nächsten Termin mit der Einzugsermächtigung einfach abgebucht worden. Die Beidenfletherin: „Das finde ich schon ziemlich dreist. Die Mahngebühr will ich jetzt wiederhaben – schon aus Prinzip.“ Schließlich, so begründet sie, könne es doch nicht angehen, dass man als Gebührenzahler erst einmal prüfen müsse, ob irgendwo ein Fehler sei. Außerdem, so fügt sie noch hinzu, habe auch ihre Tochter zunächst Mahngebühren zahlen sollen, was aber dann noch korrigiert worden sei.

Dieter Pape betont allerdings, dass es zu dem Verfahren keine Alternative gebe. Die Erhebung von Mahngebühren sei ebenso wie die Höhe vorgegeben. Er hofft, dass sich die Situation beruhigt, wenn erst einmal alle Gebührenzahler einheitlich auf das neue Einzugsverfahren umgestellt sind. Säumige Zahler wird es dann allerdings wohl auch künftig noch geben.

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