Klinikum Itzehoe : Immer mehr Patienten im Itzehoer Krankenhaus

Großbaustelle Klinikum: Aktuell werden an der Robert-Koch-Straße die Gebäude für das Bildungszentrum und das Zentrum für Psychosoziale Medizin (im Foto links) fertiggestellt. Rechts entsteht das neue Parkhaus.
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Großbaustelle Klinikum: Aktuell werden an der Robert-Koch-Straße die Gebäude für das Bildungszentrum und das Zentrum für Psychosoziale Medizin (im Foto links) fertiggestellt. Rechts entsteht das neue Parkhaus.

31 000 Menschen wurden im vergangenen Jahr stationär versorgt. Die Jahresbilanz weist ein deutliches Minus auf. Die Führungsgremien des Klinikums wurden reformiert

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21. Juli 2018, 08:08 Uhr

Dass das Klinikum Itzehoe wächst, ist für Besucher kaum zu übersehen: Gleich vier neue Gebäude entstehen auf dem Krankenhausgelände an der Robert-Koch-Straße. Nun hat die Geschäftsleitung auch Zahlen vorgelegt, die das stetige Wachstum verdeutlichen. Zudem wurden die Führungsgremien umstrukturiert. Das Klinikum hat jetzt eine Kaufmännische Leiterin.

Zirka 31 000 Menschen wurden im vergangenen Jahr im Klinikum stationär behandelt, teilt Direktor Bernhard Ziegler mit. Dies seien vier Prozent mehr als 2016. Auch bei den ambulanten Behandlungen wuchs die Zahl der Patienten: In den sechs Tageskliniken seien rund 3000 Menschen versorgt worden. Ebenfalls gewachsen sei die Zahl der Patienten in der Notaufnahme. Diese Entwicklung stelle das Klinikum, wie viele andere Krankenhäuser, zunehmend vor Probleme, so Ziegler, denn die Notaufnahme arbeite „regelmäßig sehr defizitär“.

Die gestiegenen Kosten in der Notversorgung sind laut Ziegler ein Grund dafür, dass das Klinikum 2017 bei einem Jahresumsatz von rund 130 Millionen Euro ein Minus von 2,4 Millionen Euro verzeichnet. Im laufenden Betrieb hat das Klinikum zwar kostendeckend gearbeitet, Abschreibungen auf Investitionen in Höhe von vier Millionen Euro konnten aber nur knapp zur Hälfte erwirtschaftet werden.

„Insbesondere die Vergütung der Notfallversorgung ist eine Baustelle, auf der die Krankenhäuser Unterstützung durch die Politik erwarten und benötigen“, so Ziegler. Als weitere Ursache für das negative Jahresergebnis sieht er Kostensteigerungen im Personalbereich, die zum Teil durch Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz auftraten und nicht zu vermeiden gewesen seien. „Unser Ziel ist es, spätestens für das Jahr 2019 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften.“

Dazu beitragen soll eine überarbeitete Führungsstruktur: Aus dem bisherigen Krankenhausdirektorium, bestehend aus Ziegler, dem Ärztlichen Direktor Michael Kappus und Pflegedirektor Michael Müller, ist der „geschäftsführende Vorstand“ geworden. Ergänzend dazu wirkt künftig der „erweiterte Vorstand“ an Entscheidungen mit. Dieses Gremium besteht aus den Stellvertretern der drei Direktoren sowie der neugeschaffenen Position der Kaufmännischen Leitung. Diese übernimmt Hannah Maria Werner.

Zu den Aufgaben der 33-Jährigen, die bereits früher im Klinikum gearbeitet hat, gehören unter anderem das Management des neuen Bildungszentrums und Absprachen mit dem Betreiber des geplanten Hotels. „Es ist reizvoll, daran mitwirken zu können, dass wir als hochleistungsfähiges Unternehmen nicht stehen bleiben, sondern uns kontinuierlich weiterentwickeln und auch in den Bereichen sich wandelnder gesundheitspolitischer Anforderungen gut aufgestellt sind“, sagt Werner.

Bei der Struktur der Aufsichtsgremien ändert sich nichts. Dort hat beim Klinikum, das von einem gemeinsamen Zweckverband von Stadt und Kreis getragen wird, die Politik das Sagen. Nach der Kommunalwahl im Mai wurden der Kreistagsabgeordnete Rainer Naudiet (SPD) als Vorsitzender der Verbandsversammlung und des Aufsichtsrats ebenso bestätigt wie der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Reinhold Wenzlaff, als Verbandsvorsteher.

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