zur Navigation springen

Immer mehr junge Imker ernten das flüssige Gold der Bienen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Land, in dem Milch und Honig fließen – paradiesische Zustände durch das von Bienen gemachte Naturprodukt beschreibt bereits das Alte Testament. Honig fließen lassen wollen auch immer mehr junge engagierte Imker – und das nicht für Geld, sondern aus Umweltgründen und zum Eigenverbrauch.

So auch bei den 21 Jungimkern, die im urigen Scheunengebäude von Wiebke und Yves Tischler die Schulbank drückten. Wer seinen Honig später in die typischen Gläser mit dem Aufdruck „Echter Deutscher Bienenhonig“ abfüllen will, muss sein Imkerwissen prüfen lassen.

Der sommerlichen Praxis mit Imker Eckard Ranft folgte im Herbst ein dicker Theorieblock mit Holger Krause. Längst verinnerlicht hat der Hohenlockstedter Bienenfreund Lehrinhalte wie zum Beispiel „gesetzliche Grundlagen und Vorschriften zu Verarbeitung von Lebensmitteln und deren in den Verkehr bringen“. Mit Leichtigkeit gelang es ihm, das Amtsdeutsch so zu übersetzen, dass seine Zuhörer auch in der vierten Unterrichtsstunde noch hellwaches Interesse zeigten.

Auch abseits des Buchwissens ließ der Schulungsbeauftragte des Landesverbands Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker keine Frage offen. Nach 30 Jahren Umgang mit den fleißigen gelb schwarz geringelten Honigproduzenten kennt er die Freuden und Tücken der Imkerei in- und auswendig. Mit Witz und großer Kenntnis beantwortete Krause vielfältige Fragen zu Bienenunterkunft, Abstand des Bienenstocks zur Nahrungsquelle, Bienenkrankheiten und Schädlinge, Zufütterung sowie zu unsinnigen Imkertrends. Und was tut man gegen die vielen ungebetenen Honignascher? „Einfach Metallfüße montieren und in Dosen stellen, die mit Öl gefüllt sind.“ Auf eine Glitschpartie verzichten Ameisen, Schnecken und Mäuse gern.

Schon als Kind in Keitum auf Sylt kam Krause mit Honigbienen in Berührung. Mit der Imkerei begann er jedoch später und eher aus Zufall. Freunde baten den gelernten Möbel- und Schiffstischler, ihnen die so genannte Langstroth-Beute zu bauen. Das moderne Holzkasten-System – Erfindung eines amerikanischen Pfarrers – löste die Bienenkörbe ab. Über zurückbehaltene Nisthöhlen aus weniger gutem Holz kam er dann selbst im Imkern.

1985 trat Krause dem Imkerverein Kellinghusen bei, war ab 1988 für 23 Jahre dessen Vorsitzender und ließ sich 2010 zum Schulungsbeauftragten des Landesverbands ausbilden.

Mit Freude sehe er das neu erwachte Interesse an den Bienen im Kreis Steinburg, sagt Krause. Zum Jacobskreuzkraut, das als Gift für den Honig gelte, sagte er: „Nach bisherigen Untersuchungen scheint das Kraut nicht besonders attraktiv für Bienen zu sein.“ Raps- und Obstblüten seien im Frühling wesentlich attraktiver. Zudem blühten viele Arten des Kreuzkrauts erst spät im Jahr, wenn bei der Mehrzahl der Imker die Honigernte bereits beendet sei.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2014 | 15:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen