Immer mehr Asylbewerber

Aufgaben für Verwaltung nehmen zu

shz.de von
26. Januar 2015, 11:13 Uhr

Vor neun Jahren war es ein Leichtes, jeden Asylbewerber im Kreis Steinburg persönlich zu begrüßen. 16 Personen wurden dem Kreis 2006 zugeteilt. Die Zahl hat sich inzwischen mehr als verzwanzigfacht – Tendenz weiter steigend. 379 Asylsuchende wurden im vergangenen Jahr auf die Städte und Gemeinden im Kreis verteilt. In diesem Jahr rechnet Dieter Pape von der Ausländerbehörde mit rund 500 Menschen. „Die kommen oben drauf, denn die 379 aus dem vergangenen Jahr bleiben schließlich“, stellte Pape in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses klar.

„Das ist eine große Aufgabe für die Kommunen, den nötigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“ Aber bislang, so der Behördenleiter, gebe es noch keine Probleme. Auch eine Auswirkung auf die Mietpreise konnte Pape bisher nicht feststellen.

Aufgrund der unterschiedlichen Situation gebe es Orte, in denen gar keine Asylsuchenden untergebracht würden. Städten wie Itzehoe würden allein durch die zentrale Lage und den Einwohnerschlüssel deutlich mehr Personen zugeteilt werden, erklärte Pape, der die Aufnahmekapazitäten immer mit den örtlichen Sozialämtern abklärt. Die Menschen kämen zurzeit überwiegend aus Syrien (155 im vergangenen Jahr), aber auch aus dem Iran, Armenien und Eritrea.

Probleme bereite derzeit die schnelle Zuweisung. Habe es früher sechs Wochen gedauert, würden die Asylbewerber heute zum Teil bereits nach zwei Wochen zugewiesen. „Zu diesem Zeitpunkt sind die Verfahren zum Teil noch nicht einmal abgeschlossen“, sagte Dieter Pape. Diese dauerten durchaus mal drei bis vier Monate.

Doch neben der steigenden Zahl der Asylbewerber würden auch die damit verbundenen Aufgaben für die Verwaltung immer mehr zunehmen. 5325 Personen umfasst derzeit die Ausländerdatei, davon 1608 EU-Ausländer. Papes Mitarbeiter sind angehalten, nach sechs Monaten zu überprüfen, wer in der Lage ist, seinen Unterhalt selbst zu bestreiten beziehungsweise ob er sich darum bemüht hat. „Dafür müssen wir jede Akte anfassen, ein riesiger Aufwand.“

Davon kann auch Sozialamtsleiterin Ellen Gahtow ein Lied singen. Die Kollegen müssten nicht nur die Versorgung der Asylbewerber sicherstellen, zudem werden inzwischen zahlreiche Statistikdaten aus der Landeshauptstadt verlangt. Eine große Herausforderung für die Mitarbeiter des Sozialamts.

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