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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 19:15 Uhr

Hobby : Imker-Unterricht für Barbara Riebe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Otto Carstens aus der Blomeschen Wildnis zeigt seiner Praktikantin die Bienenpflege und das Honigschleudern.

Seit 30 Jahren ist Otto Carstens (76) aus der Blomeschen Wildnis begeisterter Hobbyimker und Mitglied im Imkerverein Herzhorn und Umgegend. Derzeit betreut er 15 Bienenvölker in seinem Garten am Altendeich.

„Angefangen hat alles 1984. Ein Arbeitskollege war Imker und hat mein Interesse geweckt. Gerade zu dieser Zeit gab es einen Unfall bei einem Imker in der Nachbarschaft, und ich habe mich damals entschlossen, drei seiner Völker sowie einiges an Gerätschaft zu übernehmen. Seitdem lässt mich mein Hobby nicht mehr los“, erzählt Otto Carstens. Er sei praktisch mit null Kenntnissen angefangen, hat Kurse an der Imkerschule in Bad Segeberg belegt und sich so Stück für Stück in das Imkerleben mit Bienenpflege, Brutentnahme oder Honigschleudern hineingearbeitet. Auch Ehefrau Elke war zeitweise mit auf den Lehrgängen.

Heute kennt sich Otto Carstens mit allem rund um Bienen und Honig bestens aus. Aus diesem Grund hat er sich auch bereiterklärt, dem Imkernachwuchs zur Seite zu stehen. Der Herzhorner Imkerverein bot einen Anfängerkurs an, an dem auch die 45-jährige Barbara Riebe teilnahm. Sie wurde „Praktikantin“ bei Otto Carstens und hat in diesem Frühjahr und Sommer alle Stationen der Imkerei mitgemacht.

Für die kommende Honigsaison hat Barbara Riebe zwei Ablegervölker übernommen und wird dann selbstverantwortlich die Imkerei betreiben. „Zunächst hatte ich noch Angst vor den Stichen, doch das hat sich schnell gelegt“, erklärt sie. Jetzt geht sie ohne Handschuhe und Körperschutz zu den Bienenstöcken und kontrolliert die Waben. „Die Bienen wollen eigentlich gar nicht stechen. Wenn sie es doch tun, dann hat der Imker einen Fehler gemacht“, sagt Otto Carstens.

Carstens Bienenvölker haben die vergangenen milden Winter gut überstanden. Und nach der Rapsblüte im Frühjahr war er sehr zufrieden mit dem Honigertrag. Die Sommertracht hingegen bezeichnet Carstens als eher schlecht. „Vielleicht hatte ich da keinen guten Standort für die Beuten, das sind die Bienenkästen. Auch der starke Wind hat mit verhindert, dass die Bienen viel fliegen und sammeln“, so seine Aussage.

Die intensive Arbeit als Imker, die regelmäßigen Kontrollen der Beuten sowie das Honigschleudern und -rühren, geht nun langsam dem Ende entgegen. „Jetzt wird es Zeit, die Bienen auf den Winter vorzubereiten. Dazu gehört auf jeden Fall eine ausreichende Einfütterung, da die Kästen voller Brut sind, und der Kampf gegen die Varoa-Milbe, die ganze Völker absterben lässt. Hier arbeiten wir auch mit organischen Säuren“, erklärt Otto Carstens. Auch dabei assistiert Barbara Riebe, um noch mehr Einblick in die Imkerei zu bekommen. „Die Arbeit mit den Bienen macht mir sehr viel Freude, man ist viel in der Natur und die Hilfe durch den Herzhorner Imkerverein bei der Beschaffung der Gerätschaften ist vorbildlich“, sagt sie. Barbara Riebe ist deswegen auch gleich in den Verein eingetreten.

„Die Imkerei ist nicht nur ein schönes Hobby, sie bringt auch nebenbei ein paar Euro durch den Verkauf des Honigs ein. Aber leben kann man davon nicht“, sagt Carstens. 18 bis 20 Prozent des verzehrten Honigs in Deutschland stamme von heimischen Imkern, der Rest werde eingeführt.

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