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Religion : Imam und Pastor wollen Zeichen setzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fest der Vielfalt startet morgen

„Wir leben hier in unserer Stadt seit 50 Jahren friedlich nebeneinander“, sagt Ali Celik, Vorsitzender des Moschee-Vereins der Sehzade Camii-Moschee. „Wir wollen versuchen noch ein Stück weit mehr miteinander zu leben.“ Für dieses Ziel steht das Fest der Vielfalt, das morgen auf dem Marktplatz und rund um die Stadtkirche gefeiert wird (wir berichteten).

Eröffnet wird es mit einer Andacht (Marktplatz, 11 Uhr), die gemeinsam vom Imam der Sehzade Camii-Moschee Turgut Kaynak und Pastor Stefan Egenberger von der evangelischen Kirchengemeinde gestaltet wird. „Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen für Toleranz und Miteinander“, sagt Egenberger. Es sei eine Premiere, dass Geistliche der beiden Gemeinden gemeinsam eine Andacht abhalten. Sie wollen die Eröffnung aber nicht als religiöse Veranstaltung verstehen. „Niemand soll ausgeschlossen werden“, sagt Egenberger. Es gehe darum, Gemeinsamkeiten zu entdecken, aber auch offen und neugierig mit Unterschieden umzugehen, „egal, ob jemand Muslim, Protestant, Katholik oder Atheist ist“.

Kaynak und Egenberger werden aus der Bibel und dem Koran vorlesen – mit vertauschten Rollen. Sie schenkten sich gegenseitig jeweils eine Übersetzung ihrer heiligen Schrift in der Muttersprache des anderen. Sehr spannend, sei die Beschäftigung mit den Texten, sagt Egenberger. „Wir haben viele gemeinsame Wurzeln, aber auch interessante Unterschiede.“ Nach einem Friedensgebet gibt es ein gemeinsames Essen für alle Teilnehmer der Eröffnung.

Im Laufe des Festes werden beide Gemeinden dann in Zelten auf dem Markt über ihre jeweilige Religion informieren.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 17:00 Uhr

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