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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 17:28 Uhr

MARKTFÜHRER : Im Zentrum der Energiewende

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Firma Moeller Operating Engineering bringt den Strom ins Netz.

von
erstellt am 05.Mai.2014 | 16:45 Uhr

Möglichst viel Strom aus erneuerbaren Energien muss zuverlässig ins Netz – das ist der Kern der Energiewende. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Moeller Operating Engineering GmbH aus dem Innovationszentrum IZET. Vor fünf Jahren hat Jochen Möller sie allein gegründet. Heute hat M.O.E. 74 Mitarbeiter, einen Jahresumsatz in Höhe von 4,5 Millionen Euro – und wächst weiter. „Dass es diesen Umfang annimmt, habe ich damals nicht geahnt“, sagt der 46-Jährige.

Er lernte Elektro-Installateur, brachte es auf dem zweiten Bildungsweg zur Hochschulreife, studierte Elektrotechnik und arbeitete 17 Jahre bei Windtest im Kaiser-Wilhelm-Koog. Mit 40, so sagt Möller, wollte er etwas Neues machen und startete in die Selbstständigkeit. Erst war er allein im Centrum für angewandte Technologien in Meldorf, doch schon nach wenigen Monaten hatte der Kronprinzenkooger acht Angestellte und wechselte ins IZET, um die Fahrstrecke für seine Mitarbeiter aus Kiel und Hamburg zu verkürzen. Heute hat M.O.E. Büros in den beiden Städten.

Das „Brot- und Butter-Geschäft“, so der Inhaber, ist die Windenergie. Hersteller müssen ihre Anlagen testen lassen, diese Basisdaten werden für den künftigen Windpark-Betreiber weiterverarbeitet für den Nachweis, dass der Park alle Anforderungen erfüllt. „Diesen Nachweis erbringen wir für ihn.“ Eine Vielzahl von Parametern ist zu beachten, und auch Störungen im Netz müssen die Anlagen verarbeiten können. Im Zweifel muss der Windpark überplant werden: „Das passiert in 80 Prozent der Fälle“, aber in der Planungsphase sei das Umsteuern noch günstiger. Nach dem Zertifikat kann gebaut werden, danach prüft die Firma, ob alles korrekt eingestellt ist: „Da wird es erst richtig nachhaltig.“ Gern würde er den Park auch während der Laufzeit begleiten und überwachen, aber dafür gebe es noch wenige Kunden.

Nach dem gleichen Prinzip ist M.O.E. in der Photovoltaik tätig sowie – ein neuer Zweig – bei Verbrennungskraftmaschinen, besser bekannt als Blockheizkraftwerke (BHKW) oder Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK). Allein dafür sucht Möller derzeit 18 neue Angestellte, denn selbst durch die vielen Studenten, die begleitet und übernommen werden, ist der Bedarf nicht zu decken. Mit der Zertifizierung von 150 Wind- sowie 60 Solarparks im Jahr sowie voraussichtlich 20 bis 30 BHKW in diesem Jahr hat M.O.E. bei 25 Mitbewerbern einen Marktanteil von rund 40 Prozent. „Wir sind Marktführer“, sagt Möller. Ein Grund dafür: Er ist Obmann für technische Richtlinien in der Fördergesellschaft Windenergie, beschäftigt sich seit 20 Jahren mit diesem Thema. „Dadurch habe ich einen ziemlich guten Bekanntheitsgrad bei Herstellern und größeren Betreibern.“

In den vergangenen Jahren hat die Firma in Deutschland Projekte mit einer Leistung von 4,5 Gigawatt betreut und ihr Angebot erweitert: „Wir schauen, wo es keine vernünftige Dienstleistung gibt, und bieten sie an.“ Auch im Ausland – Rumänien, Ungarn, Südafrika – ist M.O.E. tätig. Andere Länder würden sondiert, zudem hofft Möller auf eine EU-Regelung zum Netzanschluss.

Für Deutschland stellt er fest: „Die Energiewende ist auf jeden Fall ins Stocken gekommen.“ Als in einem ersten Entwurf für das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz technische Vorgaben einfach weg fallen sollten, intervenierten Möller und Kollegen erfolgreich. Und am großen Ziel hält der bekennende Idealist fest: Bis 2050 sollen 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. „Das wollen wir flankieren.“

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