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Neues Fahrzeug für Feuerwehr in Wilster : Im Urlaub geht's zum Lehrgang

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Drehleiter wird am 9. Dezember feierlich in Wilster übergeben. Auf 16 Feuerwehrleute wartet eine intensive Schulung.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 05:36 Uhr

Die eigentlich noch für diesen Monat geplante Auslieferung der Drehleiter für die freiwillige Feuerwehr Wilster verzögert sich. Das neue Top-Modell für die Helfer rollt nun erst Ende November an. Wehrführer Ralf Theede begründet die Terminverschiebung mit wichtigen Zubehörteilen, die nicht rechtzeitig geliefert wurden und in das Fahrzeug noch eingebaut werden müssen. Offizieller Abholtermin beim Hersteller in Ulm ist nun der 20. November. Gut zwei Wochen später soll das Fahrzeug dann feierlich seiner Bestimmung übergeben werden.

Auf die ehrenamtlichen Helfer wartet nun allerdings auch eine ganz besondere Herausforderung. Mindestens 38 Stunden Ausbildung muss jeder Feuerwehrmann, der mit der Bedienung des hochkomplexen Geräts betraut wird, nachweisen können. Viele der Feuerwehrleute nehmen dafür eigens Jahresurlaub oder investieren abzubummelnde Überstunden. Insgesamt sollen zunächst 16 Mitglieder der Wehr von Grund auf im Umgang mit der Drehleiter geschult werden. Bereits zum Abholtermin machen sich acht Helfer auf die 760 Kilometer lange Reise. Vor Ort ist zunächst ein halber Tag für die „kaufmännische Abnahme“ eingeplant. Das heißt: Die Wilsteraner checken, ob das Fahrzeug gemäß der Bestellung ausgestattet ist. Dann sind zwei Tage Schulung für die Handhabung des Geräts vorgesehen. Acht weitere Helfer werden dann am 7. und 8. Dezember von einem Mitarbeiter des Herstellers am Gerätehaus in Wilster gründlich eingearbeitet.

Der Vorteil des Verfahrens: Die 16 trainierten Feuerwehrleute können ihr Wissen anschließend an alle anderen Kameraden weitergeben. Tatsächlich will der Umgang mit der Drehleiter gelernt sein. Das Fahrzeug muss ebenso in den engen Gassen der Stadt rangieren wie auf weichem Marschboden fest stehen. Theoretisch kann die Drehleiter bis zu einer Höhe von 32 Metern ausgefahren werden. Im praktischen Einsatz dürfte es aber selten über 23 Meter hinaus gehen, weil auch noch zwölf Meter Sicherheitsabstand zu brennenden Gebäuden eingehalten werden müssen. Mit dieser Höhe sind aber sämtliche Wohngebäude in der Wilstermarsch für einen eventuellen Einsatz zur Rettung von Menschenleben abgedeckt.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich übrigens um einen eineinhalb Jahre alten Vorführwagen, der schon gut 20 000 Kilometer auf dem Tacho hat. „Deshalb ist der Wagen auch mit insgesamt zwölf Blaulichtern ausgestattet“, erklärt Ralf Theede. Der Hersteller habe eben präsentieren wollen, was alles eingebaut werden kann. Unterm Strich kommt die Stadt Wilster relativ preiswert zu dem immerhin 615 000 Euro teuren Gerät. Nach Abzug aller Zuschüsse und Fördergelder bleiben für die Stadtkasse wohl nur noch rund 75 000 Euro an Eigenanteil.

Die Wilsteraner werden vor allem in den ersten Monaten die Drehleiter häufig zu Gesicht bekommen. Um im Training zu bleiben, soll das Fahrzeug bei jedem Einsatz als zweiter Wagen automatisch mit rausfahren. Auch zahlreiche Übungseinheiten – zum Beispiel an der Wolfgang-Ratke-Schule – sind vorgesehen. „Wir werden damit wohl recht häufig im Stadtbild zu sehen sein“, kündigt der Wehrführer an.

Nach der offiziellen Übergabe soll die Drehleiter dann im Rahmen des Weihnachtsmarktes auch erstmals einem größeren Publikum präsentiert werden. Offen sei zur Zeit allerdings noch, ob sich bei dieser Gelegenheit auch die Bevölkerung das vorweihnachtliche Treiben in der Stadt einmal aus luftiger Höhe anschauen kann. Das komplette Einsatzspektrum der dann optimal ausgerüsteten Feuerwehr Wilster soll schließlich im Frühling bei einem Tag der offenen Tür gezeigt werden.

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