Flensburg : Im neuen Heimathafen angekommen

Einfahrt in die Schleuse: Erste Station der Flensburg war die Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel.
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Einfahrt in die Schleuse: Erste Station der Flensburg war die Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel.

Glückstädter Traditionsschlepper erreicht nach Überführungsfahrt den historischen Hafen von Flensburg / Übergabe an Mitarbeiter des Museumshafens

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24. Juni 2014, 12:00 Uhr

Im Nord-Ostsee-Kanal war es noch eine gemütliche Tour, auf der Ostsee ging es bei Windstärke Sechs richtig zur Sache: Der Traditionsschlepper Flensburg, der 14 Jahre seinen Heimathafen in Glückstadt hatte, ist jetzt nach einer windigen Überführungsfahrt in seiner neuen Heimat im Flensburger Museumshafen angekommen.

Geführt von seiner bisherigen Glückstädter Stammbesatzung und Teilen der neuen Crew aus der Fördestadt und mit einigen Fahrgästen an Bord erreichte der Schlepper den Hafen wegen des kräftigen Windes etwas später als ursprünglich geplant. „Manche der Gäste konnten sich bei dem starken Seegang auf der Ostsee kaum auf den Beinen halten“, berichtet Gerd Burkhardt, der die Crew der Flensburg bei der Überführungsfahrt unterstützte. „Das Wasser lief an Deck von einer Seite zur anderen. Einige Fahrgäste sind ziemlich nass geworden. Aber die Stimmung war gut.“

Im Hafen der Fördestadt wurde die Besatzung der Flensburg von vielen Mitarbeitern des historischen Hafens freudig in Empfang genommen. Bei einer Übergabezeremonie überreichte der bisherige Besitzer des Schlepper, Alfred Mantwitz, dem leitenden Kapitän des Museumshafens, Wolfgang Weyhausen, eine der beiden Glückstädter Fortunas, die bisher den Schornstein der Flensburg geschmückt haben. Das zweite Wappen geht zurück in die Elbestadt als Erinnerung. Am Schornstein ist nun wieder das Logo der Flensburger Schiffbau Gesellschaft zu sehen, bei der der Schlepper in den Jahren 1973 bis 1992 in Dienst stand.

Zukünftig wird die Flensburg als anerkanntes Traditionsschiff Teil des historischen Hafens der Fördestadt und kann dort von Besuchern besichtigt werden. Voraussichtlich wird es auch möglich sein, den Schlepper für Veranstaltungen und Feiern zu chartern. „Schlepparbeiten werden wir mit dem Schiff nicht mehr verrichten. Aber um den Unterhalt wenigstens teilweise zu finanzieren, soll die Flensburg für Feiern und Ausflüge zu mieten sein“, erklärt der neue Kapitän des Schlepper Lukas Marquart.

Ansonsten planen die Flensburger keine großen Veränderungen an dem 1954 gebauten Traditionsschiff: „Die Vorbesitzer haben sich große Mühe gegeben, alles super gepflegt und alle Wartungsintervalle genau eingehalten. Wir werden das so fortsetzen“, sagt der neue leitende Ingenieur, Wilfried Kempe. „Schließlich wird uns auch auf die Finger geschaut“, ergänzt Marquart mit einem Augenzwinkern. Einmal im Jahr wird der ehemalige Skipper Alfred Mantwitz die Flensburg gemeinsam mit zwei weiteren fachkundigen Gutachtern inspizieren und Empfehlungen für den weiteren Umgang mit dem Schiff geben. So steht es in der Vereinbarung zwischen alten und neuen Besitzern.

Ein Wiedersehen mit dem Schlepper in Glückstadt gibt es voraussichtlich 2017. „Wir werden versuchen mit der Flensburg zur 400-Jahr-Feier der Stadt zu kommen. Den Termin haben wir uns bereits im Kalender notiert“, verspricht Kapitän Marquart.

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