zur Navigation springen

Heimatverband : Im nächsten Jahrbuch wird gefeiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Herausgeberteam des Heimatverbandes sucht Autoren zum Thema „Fest feiern“. Steinburger können bei Festivitäten aus dem Vollen schöpfen

„Der Kringelmarkt hat bei uns eine Tradition“, schwärmt Herbert Frauen vom Steinburger Heimatverband. Für den Herzhorner ist das Dorffest rund um das schmackhafte Backwerk ein gutes Beispiel für die Fülle von Feierlichkeiten, Festivitäten und gesellschaftlichen Ereignissen in unserer Region. Unter dem Motto „Fest feiern“ widmet sich das nächste Steinburger Jahrbuch ganz diesem Thema. Das Autorenteam mit Kirsten Puymann, Christian Boldt und Sönke Loebert sucht dafür noch schreibkundige Mitstreiter, die die Erinnerung an vielleicht längst vergangene Feste wecken.

„Es gibt doch in jedem Dorf ein Ereignis oder einen Termin, bei dem gefeiert wurde oder auch noch immer wird“, ist Herbert Frauen davon überzeugt, das die Steinburger eigentlich aus dem Vollen schöpfen können müssten. Gesucht sind dabei auch Beiträge, die vielleicht in einem engeren Kreis oder auch nur innerhalb der Familien spielen. Herbert Frauen erinnert als Beispiel an die frühere Tradition auf dem Lande, als sich in den langen Wintermonaten die Nachbarn auf den Höfen regelmäßig gegenseitig besuchten. Es gab Kaffee und Kuchen, anschließend fachsimpelten die Männer im Kuhstall, während sich die Frauen über die Künste ihrer Handarbeit austauschten. Zum Abschluss kamen Cognac und Zigarren auf den Tisch, für die Frauen ein Likör.

Herbert Frauen, der 18 Jahre lang Wehrführer war, erinnert sich auch noch gut an die jährlichen Feuerwehrbälle – bis die Tanzvergnügen eines Tages völlig out waren und man sich lieber im Sommer beim Grillen traf. Auch Teilnehmer solcher Veranstaltungen sind herzlich willkommen, wenn sie darüber berichten möchten. Im Gespräch mit den Vertretern des Heimatverbandes wird schnell deutlich, wie sehr sich die Kultur des Feiern gerade in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. „Früher hatte doch jeder seinen Partykeller. Heute sind die völlig aus der Mode gekommen“, erinnert Kirsten Puymann an einst beliebte Treffpunkte.

„Schön wäre auch ein Beitrag aus dem Bereich der Landjugend“, regt Heimatverband-Sprecher Karl-Heinz Zander an. Tatsächlich hat es gerade im Bereich der Jugendkultur massive Veränderungen gegeben. Landjugend-Feste sind eher die Ausnahme als die Regel, viele Diskotheken gibt es nicht mehr. Oft unterliegen Aktivitäten junger Leute auch Modeerscheinungen. So waren in den 70er und 80er Jahre Abi-Bälle eher verpönt. Inzwischen muss man schon lange im voraus große Veranstaltungsräume ausgucken, um alle unterbringen zu können. Außerordentlich interessant sind aus Sicht der Akteure des Heimatverbandes auch feierliche Ereignisse, die unwiderruflich verschwunden sind. So hatte man zu preußischen Zeiten auch im Kreis Steinburg lange Jahre den Sedanstag gefeiert. Unter der Knute des NS-Regimes hatte es dann wieder ganz andere Feierlichkeiten gegeben. Wer noch weiter zurückblickt, stolpert – zum Bespiel – über Begräbnisfeste, bei denen hochmögenden (und meist auch vermögenden) Mitbürgern das letzte Geleit gegeben wurde. „In Wilster wurde Charlotte Doos in einer schwarzen Kutsche mit großem Gefolge zu Grabe getragen“, nennt Historiker Christian Boldt ein Beispiel. Spannend für das Jahrbuch wären auch Feste, die typisch für diese Region waren. „Früher gab es hier Kosakenbälle. Da hat mein Großvater noch mitgefeiert.“ Beim Thema Feste sollten die Steinburger jedenfalls aus dem Vollen schöpfen können. Entsprechend hofft das Jahrbuch-Team jetzt auf viele Anregungen und Beiträge. Fest stehen als Themen bislang nur die Glückstädter Primaner, das Kindergrün in Krempe, die Feiern der Itzehoer Kaiserberg-Sidler und die Feier zur Einweihung der Borsflether Schleuse. Da ist also noch reichlich Platz, um noch viel mehr Feste zu feiern.

Kleine Anregungen kann man sich übrigens noch bis 15. Februar bei der Sonderausstellung im Kreismuseum Prinzeßhof holen. Für Nachfragen stehen die Jahrbuch-Herausgeber und der Heimatverband gerne zur Verfügung. Abgabeschluss für Beiträge ist der 1. August. Im Dezember erscheint das neue Jahrbuch.


>Info: Kreis- und Stadtarchiv in Itzehoe, Tel.: 04821/603242, e-mail: kreis-undstadtarchiv@itzehoe.de

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Feb.2015 | 16:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen