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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:23 Uhr

Im März gibt es doppelte Leselust

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erst erinnert Anne-Ev Ustorf an die Leiden der Kriegskinder, dann berichtet Birgit Böhnisch von einer Afrika-Reise

Mit Birgit Böhnisch nach Namibia, Süd-Afrika und an die Viktoriafälle nach Simbabwe: Zu einem Reisevertrag mit der Vorsitzenden lädt der Verein „Leselust“ am Sonntag, 20. März, um 17.30 Uhr ins Alte Rathaus ein. Birgit Böhnisch hatte im vergangenen November an einer vierwöchigen Afrika-Rundreise teilgenommen. Für die Wilsteranerin war es „eine der schönsten Reisen ihres Lebens – ein Traum“. Die Landschaften seien völlig unterschiedlich. In Namibia viel Savanne, eine riesige Weite, die Namib-Wüste bis an den Atlantik. Südafrika ganz anders, sehr grün, blühende Blumen, Berge mit tiefen Tälern, das Meer und die Kap-Halbinsel mit der Metropole Kapstadt. In beiden Ländern viele Tiere ganz dicht und das nicht nur im Krüger Nationalpark.

„Die Unterkünfte waren sehr unterschiedlich, aber bis auf eine Ausnahme alles gehobene Kategorie, oftmals kleine Häuser, mal afrikanisch, mal modern und alle sehr sauber“, erzählt sie. Und: Sie habe selten so gut gegessen wie in Afrika, viel Wild, Antilope, Warzenschwein, Strauß, Fisch und afrikanische Gewürze. Birgit Böhnisch hat auf dieser Tour 2200 Fotos gemacht, von denen sie im Rahmen des Vortrages eine kleine Auswahl zeigen wird.

Bereits zwei Tage davor, traditionell am 18. des Monats und diesmal auch wieder im Spiegelsaal des Neuen Rathauses, lädt „Leselust“ in Kooperation mit der Stadtbücherei wieder zu einer Lesung ein. Anne-Ev Ustorf liest aus „Wir Kinder der Kriegskinder“. Die Autorin studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der University of York und am Courtauld Institute of Art der University of London. Sie ist Dozentin für Journalistik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und schreibt für verschiedene Printmedien und überregionale Tageszeitungen.

Welch vielfältige Folgen die elterlichen Erlebnisse noch für die Kinder der Kriegskinder haben können, zeigt Anne-Ev Ustorf in ihrem Sachbuch. Die Journalistin hat zwanzig Männer und Frauen im Alter zwischen Mitte dreißig und Mitte fünfzig interviewt, deren Eltern in den Kriegsjahren zur Welt gekommen waren. Obwohl eine Generation später geboren, hätten viele ihrer Gesprächspartner Gefühle übernommen, Ängste geerbt, Rollen eingenommen, die in Bezug stehen zu den frühen Erfahrungen der Eltern. Noch heute seien Verlust- und Mangelerfahrungen, die bald 70 Jahre zurückliegen, in den erwachsenen Söhnen und Töchtern lebendig. Erst heute könnten viele Kriegskinder über ihre belastenden Kindheitserlebnisse reden. Und auch deren Kinder haben nun – wie Anne-Ev Ustorf zeigt – die Chance, eine Auseinandersetzung mit den Spuren zu führen, die der Krieg noch in ihren Leben hinterlassen haben mag.


>Anmeldungen zu beiden Veranstaltungen aufgrund begrenzter Plätze unter 04823/921336. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

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erstellt am 01.Mär.2016 | 11:49 Uhr

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