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Neue Schleuse in Brunsbüttel : Im März beginnt der Bodenaushub

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Noch wird die Baustelle eingerichtet für das Großprojekt am Nord-Osstee-Kanal. Ein Infozentrum für Besucher ist in der Schillerstraße geplant.

Das größte Bauvorhaben der kommenden Jahre in der Region nimmt allmählich Formen an: der Neubau der fünften Schleusenkammer. Das Interesse daran ist groß, denn rund 200 Gäste fanden sich am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung von Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) und Initiative Brunsbüttel Süd (IBS) ein.

Viele neue Informationen konnten Bauingenieur Fritz Peter Eißfeldt, dem als Baubevollmächtigter die Gesamtleitung des Schleusenbauprojektes unterliegt, sowie Diplom-Ingenieur Robert Pieper, zuständig für die Erdbauarbeiten, derzeit über das rund 474 Millionen teure Bauprojekt, das sich über eine Bauzeit von sieben Jahren erstreckt, nicht liefern. Dafür tauchten beide Redner etwas tiefer in die Thematik ein und erläuterten den Zuhörern einige Details zu der Bauweise der Schleusenkammer.

„Wir befinden uns derzeit noch in der ersten Projektphase, in der wir sämtliche Vorbereitungen für den eigentlichen Baubeginn treffen“, so Eißfeldt. Zu den vorbereitenden Maßnahmen zählt unter anderen die Errichtung eines Versorgungstunnels, der unter der Schleusenanlage entlangführt. Des weiteren wurde ein neues Betriebsgebäude für die Energieversorgung und Steuerung der Schleusenanlage außerhalb der Schleuseninsel errichtet. Die Beseitigung sämtlicher Gebäude und Fundamente auf der Schleuseninsel stehen vor dem Abschluss und auch der Kampfmittelräumdienst ist mit der Erkundung des 16 Hektar umfassenden Geländes nahezu fertig. „Glücklicherweise wurden bislang keine gefährlichen Bomben- oder Munitionsreste gefunden“, sagte Pieper.

Die ausführenden Firmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG (Hamburg), Bam Civiel (Gouda/Niederlande) und Wayss & Freytag Spezialtiefbau GmbH (Düsseldorf), die für ein Auftragsvolumen von 412 Millionen Euro für sämtliche Bauarbeiten verantwortlich sind, haben im Bereich der Fähre Ostermoor Baubüros und Lager errichtet. Ferner wird das Lagerareal für die 1,7 Millionen Kubikmeter Kleiboden, die für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel ausgehoben werden müssen, im Dyhrrsenmoor vorbereitet. Voraussichtlich März/April wird dort der erste Bodenaushub auf dem Wasserweg angeliefert. Der Bau eines zweiten Anlegers am Nord-Ostsee-Kanal sowie eines Baustellenanleger auf der Schleuseninsel sind in Planung.

„Wir erwarten großes öffentliches Interesse an dem Schleusenbau, und das nicht nur national, sondern auch international“, teilte Gesa Völkl mit. Angedacht ist daher die Errichtung einer Containeranlage für Besuchergruppen auf der Brunsbütteler Nordseite im Bereich der Schillerstraße. Da Baustellenbegehungen für Besucher nicht möglich sein werden, sollen interessierte Besuchergruppen nach vorheriger Anmeldung dort die Möglichkeit erhalten, sich anhand von Vorträgen, Modellen, Filmen und einer steuerbaren Webcam über den Verlauf des Bauvorhabens zu informieren. Die Errichtung eines solchen Besucherzentrums wird heute auch Thema im Brunsbütteler Hauptausschuss sein (Rathaus, 18 Uhr): „Wir stellen uns vor, dass die Stadt Pächter und Betreiber dieser Anlage wird und die Volkshochschule mit der Betreuung der Besuchergruppen beauftragt“, erklärte Sabine Tegeler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim WSA.

Der Wilsteraner Hans Peter Micheelwollte wissen, ob es durch die rund sechs Meter hohe Lagerung der 1,7 Millionen Kubikmeter Kleiboden nicht zu einem so genannten Grundbruch kommen kann, wie es ihn bereits beim Bau des Kanals gegeben habe. Durch die Verdrängung tiefer liegender Erdschichten hätten sich damals Gräben geschlossen, das Entwässerungssystem wurde in Mitleidenschaft gezogen. Einen solchen Grundbruch schloss Fritz Peter Eißfeldt aus. Zahlreiche Bodenuntersuchungen seien bereits durchgeführt, die für eine Eignung der Fläche sprächen. Zudem würden kontinuierlich Untersuchungen während des Bauvorgangs vorgenommen werden und auch die Lagerung sei so konzipiert, dass die Stabilität und die Tragfähigkeit unterer Erdschichten gewährleistet werden könne.

In einem halbjährlichen Rhythmus möchte das WSA zukünftig zu Informationsveranstaltungen laden, damit sich die Bevölkerung ein Bild vom Verlauf des Bauvorhabens machen kann und die Möglichkeit erhält, Antworten auf offene Fragen zu bekommen.



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