Kreis Steinburg : Im Klimaschutz die Nummer eins

Stolz präsentieren Heinz Seppmann (r.) und Peter Labendowicz Urkunde und Zertifizierungs-Schild, überreicht von Kristina Haverkamp.
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Stolz präsentieren Heinz Seppmann (r.) und Peter Labendowicz Urkunde und Zertifizierungs-Schild, überreicht von Kristina Haverkamp.

Steinburg ist der bundesweit erste Kreis mit dem Zertifikat „Energieeffizienz-Kommune“.

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29. Januar 2017, 08:00 Uhr

Der Kreis Steinburg darf sich seit Donnerstagabend als bundesweit erster Kreis mit dem Zertifikat „Energieeffizienz-Kommune“ schmücken. Im Rahmen einer Feierstunde im Sophie-Scholl-Gymnasium – musikalisch herausragend umrahmt von der SSG-Bigband – zeichnete die Deutsche Energie-Agentur (Dena) die Steinburger für ihr Engagement im Klimaschutz aus. Dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp übergab Urkunde und Schild an den stellvertretenden Landrat Heinz Seppmann und Kreispräsident Peter Labendowicz, verbunden mit einem großen Lob: „Steinburg zeigt beispielhaft, wie ein ganzer Kreis seinen Energieverbrauch systematisch senken und so Umwelt und Haushaltskassen entlasten kann.“

Zu Beginn der Feier hatte Landrat Torsten Wendt die einvernehmliche Entscheidung des Kreistags hervorgehoben, sich auf die Herausforderung einzulassen und ein Leitbild zu verabschieden, das Steinburg auf dem Weg zum Klimaschutzkreis begleitet. 2013 fiel der Startschuss für das Dena-Modellprojekt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Energie- und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) und dem Eon-Hanse-Werk. Dazu wurde im Kreis eigens eine Lenkungsgruppe eingerichtet und die Teilzeitstelle für eine Energie- und Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung geschaffen. „Wir sind stolz darauf, dass sich das Energie- und Klimaschutzmanagement zu einem wichtigen Baustein der Steinburger Kreisverwaltung entwickelt hat“, sagte Wendt, für den an diesem Abend Freud und Leid dicht beieinander lagen. Er musste angesichts anderer Verpflichtungen aufgrund der Katastrophenlage wegen der Geflügelpest die Veranstaltung nach seiner Ansprache verlassen. Daher nahmen Seppmann und Labendowicz die Auszeichnung entgegen, die der Landrat als Ansporn sah. „Bereits zum Jahresende soll für die kommenden drei Jahre ein neues Energie- und Klimaschutzprogramm erstellt werden.“ Ziel sei es, Vorbild für andere Akteure zu sein und diese anzuregen, ebenfalls Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Wendt: „Dafür haben wir den Stein ins Rollen gebracht.“

Dieses Engagement des Kreises würdigte die schleswig-holsteinische Energiewende-Staatssekretärin Ingrid Nestle. Sie übermittelte „ein großes Dankeschön für die Arbeit“. Das Land sei stolz auf den ersten Kreis in ganz Deutschland, der die Auszeichnung erhält. „Und Sie können noch ein ganzes Stück stolzer sein“, betonte Nestle. Sie fand es „super“, dass der Kreis Steinburg auch auf dem Weg weitermachen wolle, und fügte hinzu: „Ich würde mich freuen, wenn andere die Auszeichnung als Ansporn nehmen würden.“

Wie es dem Kreis Steinburg gelungen ist, auf den drei Handlungsfeldern – Gebäude, Stromnutzung und Verkehr – zwischen den Jahren 2010 und 2015 Energiesparpotenzial zu erkennen und zum Teil auch bereits umzusetzen, darüber gibt auch der Energiebericht Aufschluss, den Klimaschutzmanagerin Sandra Ludwigh zwei Tage vor der Zertifizierungsfeier vorgestellt hatte. Er ist unter www.steinburg.de auf der Homepage des Kreises einzusehen. Und auch am Donnerstagabend machten der Kreisdezernent Friedrich Stork, der durch das Programm führte, und Sandra Ludwigh auf die Inhalte des Berichts aufmerksam. Immerhin konnte Steinburg von 2010 bis 2015 die
CO2-Emissionen bereits um fast 77 Tonnen reduzieren. Ludwigh unterstrich, dass der Kreis künftig ein Netzwerk aus Städten, Gemeinden, Ämtern, Institutionen und Unternehmen aufbauen wolle.

Zu dem Erfolg gratulierten Stefan Sievers, Geschäftsführer der EKSH, und Hanse-Werk-Vorstand Udo Bottländer. Sievers ermutigte, weitere Maßnahmen zu entwickeln, und wies auf die geplante Energieolympiade 2018 hin, für die er auch ein Projekt aus dem Kreis Steinburg erwarte. Udo Bottländer schlug den Bogen zur jungen Generation, für deren Zukunft der effiziente Umgang mit Ressourcen wichtig sei.

Dass Jugendliche im Kreis Steinburg sich mit Energie- und Klimaschutz ambitioniert beschäftigen, zeigte das Energie-Team des Sophie-Scholl-Gymnasiums mit einem selbst gedrehten Film über die Bedeutung von Energieeffizienz. Das Team plant, in jeder Klasse einen Mitschüler zum Energiemanager zu machen. Den Jugendlichen ist bewusst, dass für den Klimaschutz noch viel getan werden muss. „Wir dürfen nicht ruhen, wir müssen weitergehen“, betonte Sophie Puttrus stellvertretend für das insgesamt zwölfköpfige Team, das mit Lehrer Martin Ludwigh von Udo Bottländer einen Energiecheck-Koffer überreicht bekam. Darin enthalten unter anderem ein Stromzähler und Anleitungen für verschiedene Experimente.

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