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Eisrettung : Im Ernstfall bleiben nur 15 Minuten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feuerwehrtauchgruppe Itzehoe probt Rettung auf den Deckmannschen Kuhlen in Kremperheide. Eis auf den Gewässern ist gerade jetzt äußerst brüchig

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erstellt am 10.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Nahezu jeden Winter kommt es zu Unfällen auf vereisten Gewässern. Kaum ist das Thermometer für ein paar Tage unter dem Gefrierpunkt gefallen, so dass sich auf Teichen, Seen und Flüssen eine erste Eisschicht bildet, stehen viele Menschen ungeduldig in den Startlöchern und warten darauf, schlittschuhlaufend über das Eis jagen zu können. Sobald ein erster mutiger Vorreiter auf der Eisfläche gesichtet wird, zieht es viele Nachahmer an. Insbesondere Kinder und Jugendliche unterschätzen dabei jedoch viel zu häufig die Gefahren und überschätzen die Tragfähigkeit der Eisflächen.

Fünf Mitglieder der 1985 gegründeten Feuerwehrtauchgruppe Itzehoe übten am Wochenende unter der Leitung von Tauchausbilder Jörg Rauhut die Rettung von Menschen aus dem Eis an den Deckmannschen Kuhlen. „In diesem Jahr hatten wir glücklicherweise noch keinen Eisunfall auf unserer Einsatzliste“, sagte der Leiter des Tauchdienstes Bernd Paulsen. Doch das kann sich jederzeit ändern. Denn auf manch einem Gewässer ist noch eine Eisschicht vorhanden.

Bricht ein Mensch durch eine Eisdecke, zählt jede Minute. Meistens ist es den Personen kaum möglich, sich aus eigener Kraft aus dem eisigen Wasser zu befreien. Zum einen brechen die Eiskanten immer wieder ab und zum anderen geht dem Verunglückten durch die Unterkühlung und der Konzentration des Blutes in den wichtigen Organen die Bewegungsenergie verloren.

„Im Ernstfall bleiben dem Menschen rund 15 Minuten, bevor der Körper lebensbedrohlich unterkühlt“, so Rauhut. Ein paar bedeutsame Verhaltensregeln können helfen, die Situation weitgehend unbeschadet zu überstehen. Als Erstes sollte sich der Eingebrochene bemerkbar machen und andere Menschen auf seine Situation aufmerksam machen. „Es ist wichtig, dass man sich ansonsten ruhig verhält, die Beine anzieht und dann in dieser Haltung verharrt ohne sich zu bewegen“, nennt der Ausbilder Punkte, die es in der Notsituation zu beherzigen gilt.

Ersthelfer sollten überaus umsichtig vorgehen, da eine Rettungsaktion auch für sie schnell lebensgefährlich werden kann. Daher ist auch bei den Mitgliedern der Tauchergruppe Sicherheit und Eigenschutz oberstes Gebot.

Die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe nähern sich ausschließlich in einem Überlebensanzug und an einer Sicherungsleine dem Notleidenden. Zur Rettung stehen ihnen ganz unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung. Neben einem Gurtretter mit Leine und Schultergurt kann auch die Schleifkorbtrage zum Einsatz kommen, doch das wichtigste Hilfsmittel bleibt der ausgebildete Retter, der sich je nach Situation direkt ins kühle Nass, zu dem Eingebrochenen begibt.

„Die Eisrettung steht natürlich in jedem Jahr auf unserem Ausbildungsplan“, so Paulsen. Während der Frostperiode wird zunächst im Schwimmbad das Aufsägen des Eises geübt. Darüber hinaus können die Taucher dort erste Eistauchgänge absolvieren. „Sobald Tauwetter einsetzt und das Betreten der Eisflächen auf Gewässern zu gefährlich wird, nutzen wir auch gerne andere Gewässer für unsere Übungen“, erzählt Jörg Rauhut. Mit der Übung möchte die Feuerwehr auch darauf hinweisen, dass das Eis auf den Gewässern nicht mehr tragfähig ist. „Es herrscht Lebensgefahr“, betont der Leiter des Tauchdienstes Bernd Paulsen.

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